"Verleumdung und Beleidigung"

23. Jänner 2004, 19:57
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Ex-Mannesmann-Chef vor Gericht

Düsseldorf - Im Prozess um die Millionen-Abfindungen bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone haben Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel den Vorwurf der Untreue kategorisch zurückgewiesen. Der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser warf den Ermittlungsbehörden zudem vor, sie hätten seine Vorverurteilung betrieben.

"Riesengewinne"

Während die Anklage Esser Käuflichkeit (er bekam in Summe 30 Millionen Euro an Prämien und Pensionszahlung überwiesen) vorwarf, sprach dieser von "Verleumdung und Beleidigung". Esser ist wegen Beihilfe zur Untreue in besonders schwerem Fall angeklagt. "Aus meiner Sicht ist der damalige Handlungsablauf nirgends auch nur in der Nähe eines Untreueverdachts", sagte Esser am zweiten Tag des Mannesmann-Prozesses. Durch die Zahlungen von Anerkennungsprämien an Mannesmann-Vorstände sei zudem niemandem ein Schaden entstanden. Vielmehr hätten die Aktionäre des Unternehmens durch die Wertsteigerung der Aktie im Zuge der Übernahme durch Vodafone "Riesengewinne" gemacht.

Die Staatsanwaltschaft sieht die Zahlungen von insgesamt 60 Mio. Euro an frühere Mannesmann-Manager als ungerechtfertigt und überzogen an und wirft Ackermann sowie den anderen fünf Angeklagten Untreue oder Beihilfe dazu vor. (DER STANDARD Printausgabe, 23.1.2004, red)

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