Münchens Wirtschaft hängt Wien ab

21. Jänner 2004, 21:25
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Hohe Produktivität an der Donau, aber zu wenige Beschäftigte und internationale Anbindung

Wien steht als Wirtschaftsstandort im internationalen Städtevergleich gut da. Zu diesem Befund kommt das Wirtschaftsforschungsinstitut. Es hat im Auftrag der Stadtregierung erhoben, ob Wien im internationalen Wettbewerb mithalten kann. Wien musste sich mit Berlin, Paris, London oder Prag messen. Alles in allem liegt Wien unter 40 nach der Wirtschaftsleistung verglichenen Städten unter den zehn besten.

Beim BIP (Bruttoinlandsprodukt; die Summe aller im Inland erbrachten Wirtschaftsleistungen) liege Wien an achter Stelle, meint Wirtschaftsforscher Peter Mayerhofer. Helsinki, Hamburg und München nehmen die ersten drei Plätze ein. Paris oder Rom seien weit abgeschlagen.

Hohe Produktivität

Wien erreiche eine hohe Produktivität, lobt Mayerhofer, leider fänden aber zu wenige Arbeitnehmer Beschäftigung. Die Umstrukturierung der Wirtschaft sei gut gelungen. Von der Sachgüterproduktion habe sich eine Verschiebung zu Dienstleistungen und Hochtechnologie vollzogen. SP-Finanzstadtrat Sepp Rieder verweist auf Cluster, die gefördert würden. So setze man auf den Ausbau der Autofertigung.

Die von der Stadt forcierte Ansiedelung von Institutionen aus dem Bereich der Lebenswissenschaften ("Life-Sciences") und von Kreativunternehmen ("Creative Industries") solle ausgebaut werden, rät Mayerhofer der Stadtpolitik, um das Niveau zu halten. Das gelinge aber nur mit entsprechender internationaler Anbindung. In einer Befragung haben Unternehmer dies als Manko genannt.

Verlagerung in Billiglohnländer

Strategien, wie der Flughafen Wien neben dem wichtiger werdenden Flughafen in Bratislava bestehen kann, liegen noch nicht vor. Es gelte aber auch die Achse zu Bratislava in der erweiterten europäischen Union auszubauen und zu nutzen, sind sich Rathauspolitiker einig.

Wenig Freude hat Bürgermeister Michael Häupl mit dem Vorschlag, "grenzüberschreitende Produktionsnetze zu fördern". Das bedeutet nichts anderes, als die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer zu fördern. (aw/DER STANDARD; Printausgabe, 21.1.2004)

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