Marodes Elektronikwerk Wien steht wieder auf festen Beinen

30. Jänner 2004, 19:56
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Zu Weihnachten 2002 stand das Elektronikwerk Wien von Siemens noch vor dem Zusperren, jetzt läuft die Produktion in Floridsdorf wieder wie am Schnürchen

Wien - EWW, das 2002 vor dem Aus stehende Elektronikwerk Wien (EWW) des Siemens-Konzerns, versucht einen Neustart. Hör- und sichtbarstes Zeichen ist der neue Name Simea, der für Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and Applications steht. Auf diesen wurde das EWW umgetauft.

Zusammen mit Siegendorf im Burgenland, wo Komponenten für Hausgeräte hergestellt bzw. Leiterplatten mit solchen bestückt werden, beschäftigt das um 100 Mitarbeiter auf 800 geschrumpfte neue EWW 1100 "Siemensianer".

260 Millionen Euro Umsatz

Gemeinsam bringen es die beiden auf 260 Millionen Euro Umsatz und schreiben Gewinne, zu denen das restrukturierte EWW im Vorjahr bereits einen "schönen, positiven" Ergebnisbeitrag geleistet habe, sagte Siemens-Generaldirektor Albert Hochleitner in einer Pressekonferenz am Dienstag.

Man habe immer wieder kämpfen müssen, um das EWW in Österreich halten zu können, räumte Hochleitner ein, nun sei ein Etappenziel erreicht. "Damit ist aber sicher noch nicht das Ende des Liedes erreicht. Wir müssen kritische Größen erreichen." Das war bis Mitte 2003 nicht der Fall, weshalb die in Wien-Erdberg angesiedelte Flachbaugruppenbestückung mit der Gerätemontage in Floridsdorf zusammengeführt wurde.

Die Kosten für Standortkonzentration, Errichtung eines voll automatisierten Hochregallagers und Umbau bezifferte Hochleitner mit acht bis neun Millionen Euro. Dafür erspare man sich nun Transport und Logistik zwischen den Werken.

Hälfte der Produktion an Fremdkunden

Die Hälfte der Produktion geht an diverse Sparten des Siemens-Konzerns, der Rest an Fremdkunden wie den britischen Tetra-Handyhersteller Sepura, den Grazer Mautsystemlieferanten Efkon sowie den - bis dato eher erfolglosen - deutschen Lkw-Mautbetreiber Toll Collect.

Bis 2006 will Simea-Chef Arnulf Wolfram den Umsatz auf 290 bis 300 Millionen Euro steigern. Eine jährliche Produktivitätssteigerung um acht Prozent soll den - derzeit moderaten - dreiprozentigen Preisverfall mehr als wettmachen. (DER STANDARD Printausgabe, 21.01.2004 ung)

  • Wie fast überall in der Elektronikfertigung beschäftigt auch Siemens im Elektronikwerk Wien überwiegend Frauen. Die Jobs in Floridsdorf sind nun wieder sicher.
    siemens

    Wie fast überall in der Elektronikfertigung beschäftigt auch Siemens im Elektronikwerk Wien überwiegend Frauen. Die Jobs in Floridsdorf sind nun wieder sicher.

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