Rad: Philippe Gaumont im Mittelpunkt

26. Jänner 2004, 10:41
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Cofidis-Mann steht im Verdacht mit Dopingmittel gehandelt zu haben

Paris/Brüssel - In der seit März 2003 andauernden Untersuchung der französischen Justiz über den Handel und Gebrauch von Doping im französischen Cofidis-Team ist der 30-jährige Radprofi Philippe Gaumont (FRA) in den Mittelpunkt gerückt. Er soll als Zwischenhändler fungiert haben.

Schon früher positiv getestet

Nach Angaben der Justiz kann dem Fahrer der Handel von EPO-Produkten nachgewiesen werden. Bereits 1999 war der frühere Bahnspezialist, 1997 Sieger von Gent-Wevelgem und in der Vergangenheit auch schon positiv auf Doping getestet, unter dem selben Verdacht gestanden. Die Beweislage erwies sich allerdings als zu dünn, weshalb er nach einer Sperre wieder in das Cofidis-Team integriert wurde.

Gaumont war am Dienstag gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Cedric Vasseur bei der Rückkehr aus dem Trainingslager in Südspanien am Pariser Flughafen Orly festgenommen worden. Kurz vor der Verhaftung der Cofidis-Profis hatte ein Ermittlungsrichter Anklage gegen den 25-jährigen Bahn-Spezialisten Robert Sassone erhoben, der, wie sich nun herausgestellt hat, von Gaumont beliefert wurde. In Sassones Haus waren in der vergangenen Woche neben EPO auch Amphetamine und Wachstumshormone gefunden worden.

Krisengipfel

Angesichts der neusten Entwicklung hat der französische Sportminister Jean-Francois Lamour einen Krisengipfel einberufen. Am Freitag sollen die wichtigsten Radsport-Vertreter des Landes über die Affäre und ihre Auswirkungen auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele im Sommer in Athen diskutieren.

Museeuw: Nichts gefunden

Die von der belgischen Justiz bei Johan Museeuw angeordneten Blut- und Urinproben sind laut Aussagen des belgischen Profis alle negativ ausgefallen. Auch seien bei der Hausdurchsuchung am 11. September keine verbotenen Substanzen gefunden worden. Dagegen wurde der 38-Jährige abermals von der Polizei befragt, weil er im September in die Affäre um den belgischen Veterinär Jos Landhuyt verwickelt war. Der Tierarzt hatte mehrere belgische Radprofis mit Präparaten beliefert. (APA/SIZ/AFP)

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