DVD-Lobby: Klage wegen Hyperlinks

28. Jänner 2000, 17:23

"The Empire strikes again" - US-Filmkonzerne setzen Provider unter Druck - Auch Firma in .at betroffen

Die Entdeckung, dass der DVD-Kopierschutz CSS eine nach heutigen Maßstäben lächerlich schwache Verschlüsselung aufweist, und die Verbreitung des dazugehörigen Knackprogramms DeCSS haben die Film- und Mediengiganten aufgeschreckt.

Nach zwei Prozessen, in denen einer Klage auf einstweilige Verfügung gegen mehrere US-Sites vorerst stattgegeben wurde, wenden sich die Anwälte der "Motion Pictures Association of America" [MPAA] nunmehr Europa zu.

Neben der zeitweiligen Verhaftung eines 16-jährigen Norwegers werden auch in Österreich Provider unter Druck gesetzt.

Auch Firma in .at betroffen

Die Wiener Firma Netsphere IT erhielt ein Schreiben der MPAA-Anwälte Sargoy, Stein, Rosen & Shapiro, das in barschem Ton dazu aufforderte, die Website eines Kunden zu entfernen.

Die inkriminierten Seiten würden Hyperlinks zu 38 anderen Sites weltweit bieten, die den Source Code von CSS samt Beschreibung des Algorithmus sowie das Knackprogramm DeCSS zur Verfügung stellen.

Dies stelle eine "Verletzung des Exklusivrechts auf Kopien" der Eigentümer dar. Des Weiteren werde ein Programm angeboten, das in erster Linie dazu gedacht sei, "technische Schutzmaßnahmen zu umgehen".

Der Provider solle tunlichst Namen und Daten des Kunden an das Anwaltsbüro übermitteln. (q/depesche)

Mehr über den DVD-Crack unter: http://www.quintessenz.at

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