Citigroup mit Rekord- Jahresgewinn

27. Jänner 2004, 10:48
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US-Bankenriese fährt 2003 knapp 18 Milliarden Dollar Gewinn ein - 351 Millionen Dollar Parmalat-Kreditverlust

New York - Die größte US-Finanzdienstleister Citigroup hat im Schlussquartal und im Gesamtjahr 2003 Rekordgewinne verbucht. Die Großbank verdiente im Gesamtjahr 17,9 Mrd. Dollar (14,4 Mrd. Euro) oder 17 Prozent mehr als 2002.

Im vierten Quartal wurde der Gewinn mit 4,8 Mrd. Dollar im Jahresvergleich fast verdoppelt, wie die Citigroup am Dienstag in New York mitteilte. Ausschlaggebend war die gute Entwicklung des Verbraucher- und Kreditkartengeschäfts, der Wertpapiersparte sowie der Bereiche Unternehmenskunden und Investmentbanking.

3,42 Dollar Gewinn je Aktie

Ohne Sondereinflüsse gab es im vierten Quartal 2003 eine Gewinnsteigerung um 27 Prozent, hieß es weiter. Der Gewinn pro Aktie legte im Gesamtjahr um 16 Prozent auf 3,42 Dollar zu, im Schlussquartal um 94 Prozent auf 91 Cent.

Das Unternehmen gehe "in ausgezeichneter Verfassung in das Jahr 2004", betonte Citigroup-Chef Charles Prince. Die Citigroup habe ihre Spitzenposition im globalen Anleihe- und Wertpapier-Underwriting behauptet. Die Vermögenswerte der Privatkunden erreichten mehr als eine Billion Dollar.

Auch Auslandssparte gut

Die Auslandssparte Citigroup International steigerte den Gewinn um 18 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Im Schlussquartal sank das Ergebnis allerdings um 12 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar, in der Region Europa/Naher Osten und Afrika sogar um 42 Prozent auf 352 Mio. Dollar.

Dieser Einbruch gehe auf Krediteinbußen in Höhe von 351 Mio. Dollar im Zusammenhang mit der Insolvenz des italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat zurück. Dabei seien nicht gesicherte Verpflichtungen abgeschrieben sowie erhebliche Rückstellungen für gesicherte Verpflichtungen gebildet worden.

Restliche Parmalat-Kredite gesichert

Ihre verbleibenden Parmalat-Kreditforderungen bezifferte die Citigroup auf 302 Mio. Dollar. Diese seien zum erheblichen Teil durch Ansprüche an Dritte abgesichert.

"Unser organisches Wachstumstempo bietet uns im Zusammenhang mit Akquisitionen eine unvergleichliche Wachstumsgrundlage" erklärte Citigroup-Chef Prince.

Konsolidierung

Der US-Finanzsektor befindet sich inmitten einer weit reichenden Konsolidierung. So hatte vergangene Woche die zweitgrößte US-Bank J.P. Morgan Chase die Übernahme von der Nummer Sechs, Bank One, für 58 Mrd. Dollar angekündigt. Mit der bisjer drittgrößten Fusion im US-Bankensektor behauptet J.P. Morgan den zweiten Platz hinter Branchenprimus Citigroup, die 1998 aus der 70,2 Mrd. Dollar schweren Übernahme von Citicorp durch die Travelers Group hervorging.

Erst im Oktober hatte der Branchendritte, die Bank of America, die Übernahme von FleetBoston Financial für knapp 47 Mrd. Dollar angekündigt. Damit hätte die Bank of America J.P. Morgan in der derzeitigen Form vom zweiten Platz verdrängt.

Europäische Privatkundenbanken im Visier

An den Börsen halten sich auch hartnäckige Spekulationen, dass Citigroup eine große deutsche Geschäftsbank aufkaufen könnte.

Citigroup hatte in der vergangenen Woche selbst bestätigt, dass sie in Europa nach Übernahmekandidaten zur Stärkung ihres Geschäfts mit vermögenden Privatkunden Ausschau hält. (APA/dpa)

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