Mit innerem Kompass unter der Erde

25. Jänner 2004, 19:08
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Blindmaus Spalax ehrenbergi zeigt die Bedeutung des irdischen Magnetfelds

Washington - Die Blindmaus Spalax ehrenbergi orientiert sich an einem inneren Kompass, um unterirdisch den kürzesten Weg zu ihrem Ziel zu finden. Das hat ein Forscherteam in Israel nachgewiesen. Ebenso wie die Blindmaus dürften auch andere Säugetiere unter Tage dem Magnetfeld der Erde folgen, schreiben Tali Kimchi und Kollegen von der Universität Tel Aviv in der Online-Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Blindmäuse haben von Geburt an rückgebildete, funktionslose Augen und eigneten sich deshalb besonders für die Studie. Die bis zu 30 Zentimeter langen, schwanzlosen Nager leben wie Maulwürfe fast nur unter der Erdoberfläche. Um zu untersuchen, wie die Blindmäuse Tunnel graben, ohne Umwege zu machen, testete das Team um Kimchi das Orientierungsvermögen der Nager über längere Entfernungen in zwei verschiedenen Labyrinthen.

Magnetische Desorientierung

Im ersten Labyrinth, einem Kreis mit acht strahlenförmig angelegten Gängen, mussten die Blindmäuse von der Mitte aus den richtigen Gang zurück zu ihrem Nest finden. Dabei zeigte sich, dass die kleinen Nager diese Aufgabe problemlos bewältigten, bis die Forscher ein künstliches Magnetfeld anschalteten. Im zweiten, rechteckigen Labyrinth bestand die Herausforderung darin, eine Abkürzung zum Ziel zu finden. Auch diese Aufgabe meisterten die Blindmäuse spielend - bis das Magnetfeld verändert wurde.

Die Forscher glauben, dass sich nicht nur Blindmäuse, Maulwürfe und andere unter Tage lebende Arten am Erdmagnetfeld orientieren. Denkbar sei, dass auch oberirdisch lebende Tiere, die aber nur in der Nacht aktiv sind, die gleiche Art Kompass verwenden. (APA/dpa)

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