"Kriegsbeginn im Irak" ist Nachricht des Jahres

26. Jänner 2004, 15:24
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"Tätervolk" zum Unwort gewählt

Die Verlautbarung des Kriegsbeginns im Irak ist die Nachricht des Jahres 2003. Zu diesem Ergebnis ist eine Umfrage der Internationalen Medienhilfe (IMH) gekommen, an der sich 1.400 Menschen beteiligt haben. Zum "Unwort des Jahres" wurde unterdessen von einer wissenschaftlichen Jury der Begriff "Tätervolk" gewählt.

Die IMH hat eine Rangliste der bedeutendsten Nachrichten des abgelaufenen Jahres erstellt. Die Auswertung ergab, dass der Kriegsbeginn im Irak die Menschen weltweit am meisten bewegt hat. Mit 46 Prozent landete die entsprechende Meldung auf Platz 1 der Liste. Dahinter folgte mit 17 Prozent ebenfalls ein Irak-Thema und zwar die Festnahme Saddam Husseins am 13. Dezember. Acht Prozent der Nennungen entfielen auf den Ausbruch der SARS-Epidemie im März. Die Explosion der Columbia am 1. Februar brachte es mit fünf Prozent der Stimmen auf Rang 4, drei Prozent entfielen auf die Einweihung der Bernsteinzimmer-Nachbildung in St. Petersburg.

"Unwort des Jahres"

Bereits zum 13. Mal hat sich eine Jury von Wissenschaftlern und Medienvertretern auf die Suche nach dem "Unwort des Jahres" gemacht. Dabei landete "Tätervolk" aus der umstrittenen Rede des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann auf Platz eins vor dem Ausdruck "Angebotsoptimierung". Damit sollte die Verringerung von Dienstleistungen beschönigt werden. Platz drei ging an "Abweichler". Dieser Ausdruck wurde im Vorjahr zur Beschreibung von Bundestagsabgeordneten missbraucht, die es "gewagt" hatten, ihre grundgesetzlich verankerte Pflicht zur Gewissensentscheidung über einen Fraktions- oder Koalitionszwang zu stellen. (pte)

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