Carlsberg genehmigt sich Holsten

30. Jänner 2004, 15:44
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Die dänische Gruppe übernimmt den noch zweitgrößten deutschen Bierbrauer

Hamburg - Die Brauereigruppe Carlsberg schluckt mit der Holsten-Gruppe und deren Marken wie Holsten Pilsner, König Pilsener, Lübzer Pils und Astra den noch zweitgrößten Bierbrauer Deutschlands. Gleichzeitig hat der dänische Nachbar den führenden deutschen Mineralbrunnen übernommen, denn Holsten hatte sich jüngst durch die Übernahme der Heemann-Gruppe in diesem Segment (Hella, Werretaler) mit einem Absatz von 11,7 Mio. Hektolitern im In- und Ausland an die Spitze gesetzt. Die Mineralwässer sollen nach den Plänen von Carlsberg aber weiterverkauft werden.

König und Lichter an Bitburger

Auch die Biermarken, die im Zuge der Dosenpfand-Einführung in den ersten neun Monaten 2003 im Inland einen Rückgang von 12,5 Prozent auf 5,8 Mio. Hektoliter verzeichneten, sollen nicht alle bei Carlsberg bleiben. So werden die König-Brauerei in Duisburg und die Licher Privatbrauerei an die Bitburger-Gruppe gehen. Bei Carlsberg bleibt danach ein Holsten-Bierausstoß von rund sieben Mio. Hektolitern. Von den rund 2800 Mitarbeiter wird künftig mehr als die Hälfte für die Dänen arbeiten.

2003 hatte Holsten in den ersten neun Monaten insgesamt 9,8 Mio. Hektoliter abgesetzt (minus 11 Prozent). Die Konzernerlöse waren in diesem Zeitraum ebenfalls um 11 Prozent auf rund 557 Mio. Euro zurückgegangen und der Gewinn um 55 Prozent auf 2,6 Mio. Euro eingebrochen. Größter Braukonzern in Deutschland ist das belgische Unternehmen Interbrew (Becks, Gilde, Hasseröder).

Spekulationen trieben Holsten-Aktien

Erst im Dezember war die monatelange Partnersuche von Holsten vorerst gescheitert. Vorübergehend waren fast alle größeren nationalen und internationalen Brauereigruppen mit Holsten in Verbindung gebracht worden. Dazu gehörten neben Carlsberg auch die Bitburger Brauerei und der zur Oetker-Gruppe gehörende Brau-Konzern Radeberger. Angetrieben von Übernahmespekulationen waren die Holsten-Aktien im August auf einen Höchststand von 51 Euro gestiegen. Am Montag waren die im SDax notierten Holsten-Aktien mit 34,50 Euro aus dem Handel gegangen.

Der dänische Carlsberg-Konzern ist mit einer Jahresproduktion von 78,6 Mio. Hektolitern (2002) weltweit die Nummer fünf am Biermarkt und damit der zweitgrößte europäische Bierbauer hinter dem niederländischen Konkurrenten Heineken, der im Vorjahr die österreichische BBAG geschluckt hatte. (APA/dpa/Reuters)

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