Bombay als "sehr wichtiger Schritt"

23. Jänner 2004, 16:13
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Die ersten Bilanzen vom Weltsozialforum: Asiatische soziale Bewegungen integriert, Anstieg der weltweiten Armut

Bombay - Die Organisatoren und die Teilnehmer des vierten Weltsozialforums in Bombay (Mumbai) haben am Dienstag begonnen, ihre Bilanzen zu ziehen. Indem die asiatischen sozialen Bewegungen in die Welt der Globalisierungskritiker integriert worden seien, sei in Bombay ein sehr wichtiger Schritt unternommen worden, sagte Chico Whitaker, einer der Mitbegründer des Forums.

"Der Stil des Weltsozialforums hier in Asien zeigt Herausforderungen, denen wir aber gewachsen sind", erklärte Whitaker. Die große Ansammlung von Menschen hier in Indien aber auch die starke Präsenz verschiedener asiatischer Teilnehmer deute darauf hin, dass etwas im Gang ist.

Die "Fortsetzung"

Trotz der inhaltlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Bombay und Porto Alegre markiere das diesjährige Forum in Indien keinen Bruch, sagte der Brasilianer. Schwerpunkt des 4. Weltsozialforum sei "die Fortsetzung" der globalisierungskritischen Bewegung. Hier konnte sie erneut ihre Größe demonstrieren.

Damit noch mehr Menschen Zugang zum Weltsozialforum fänden, plant das Organisationskomitee das Treffen 2006 möglicherweise in Afrika abzuhalten. Das Forum 2005 findet jedoch wieder im brasilianischen Porto Alegre statt.

Weltparlamentariertreffen

Parallel dazu soll wie in diesem Jahr wieder ein Weltparlamentariertreffen stattfinden. Dies berichtet die österreichische Grüne Nationalratsabgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer in ihrem Internet-Tagebuch aus Bombay. Am zweittägigen Treffen sei es um die Frage gegangen, was Parlamentarier zum Aufbau einer gerechteren Welt beitragen könnten.

Der Brite Jeremy Corbyn, einer der Eröffnungsredner des Sozialforums, habe hervorgehoben, dass es noch viel mehr Zusammenarbeit zwischen den Abgeordneten der verschiedenen Länder bedürfe, schreibt Rest-Hinterseer. Corbyn habe außerdem angeregt, die Verbindung zwischen dem Parlamentarier- und dem Sozialforum enger zu gestalten.

Armutskonferenz: Anstieg der weltweiten Armut

Für Michaela Moser, die als Vertreterin der österreichischen NGO Armutkonferenz und des Europäischen Armutsnetzwerk EAPN am Weltsozialforum teilnimmt, belegen die Erfahrungsberichte der NGO in Bombay einen Anstieg der weltweiten Armut. Verantwortlich dafür sei die Verweigerung solidarisch finanzierter öffentlicher Dienstleistungen wie Gesundheit, Bildung oder Wasser, schreibt die Armutskonferenz am Dienstag in einer Aussendung. (APA/sda)

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