Integrationsklassen hemmen Leistung nicht

21. Jänner 2004, 09:03
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Studie: Keine Leistungsunterschiede zwischen nicht behinderten Kindern in Integrations- und Regelklassen

Der Besuch einer Integrationsklasse hemmt die Leistungen von nicht behinderten Kinder nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Studie an Wiener Volksschulen, die in der jüngsten Ausgabe der pädagogischen Zeitschrift "Erziehung & Unterricht" publiziert wurde. In Integrationsklassen werden "normale" Kinder von mehreren Lehrern gemeinsam mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (spF) unterrichtet.

Kein signifikanter Unterschied

Für die Erforschung der Schulleistungen wurde mit 441 Kindern in dritten Volksschulklassen an 13 Schulen in mehreren Bezirken ein schriftlicher Mathematiktest mit Zahlen- und Textrechnungen durchgeführt. Ungefähr die Hälfte der getesteten nicht behinderten Schüler besuchte eine Integrationsklasse, die andere Hälfte eine "normal" geführte Parallelklasse. An der Untersuchung nicht teilgenommen haben die Kinder mit spF in den Integrationsklassen. Resultat: Zwischen Regel- und Integrationsklassen gab es keinen signifikanten Unterschied bei den Ergebnissen.

Kein Widerspruch

Die Studienautorin Edda Böhm weist darauf hin, dass Schulleistung und Integration keinen Widerspruch darstellen. Mit der Studie könnten die Sorgen vieler Eltern von nicht behinderten Schülern zerstreut werden, die befürchten, dass ihr Kind beim Besuch einer Integrationsklasse von den behinderten Mitschülern leistungsmäßig "hinuntergezogen" werden könnte. Dabei könnte durchaus das Gegenteil der Fall sein: In einer früheren Untersuchung wurde sogar herausgefunden, dass Eltern von leistungsschwachen Kindern bevorzugt integrativ geführte Klassen wählen. Hintergedanke: In diesen stehen mehr Pädagogen zur Verfügung, die die Leistungsprobleme beheben können. (APA)

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