"Familien-Besteuerung durch die Hintertür"

21. Jänner 2004, 10:36
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Prammer kritisiert Zementierung niedriger Fraueneinkommen

Wien - Schwere Nachteile für die Frauen erwartet die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer durch die Steuerreform. Hauptkritikpunkte der SPÖ-Frauen-Chefin: Keine Änderung bei den Negativsteuern, das heißt für jene Frauen, die schon bisher keine Steuern zahlen mussten, gebe es künftig keinerlei Verbesserungen; und die Erhöhung des AlleinverdienerInnnen-/erzieherabsetzbetrages sowie der Zuverdienstgrenzen würde Frauen in niedrigen Einkommen zementieren, so Prammer am Dienstag in einer Pressekonferenz.

Nur Nachteile für Frauen

Die relativ hohen zusätzlichen AlleinverdienerInnen-Absetzbeträge bei mehreren Kindern würden dazu führen, dass es für die Ehefrau und Mutter nur wenig Anreiz gebe, ihre Erwerbsarbeit über die tolerierten 629 Euro-Grenze hinaus auszudehnen. Bei drei Kindern etwa würden bei einer noch so geringfügigen Erhöhung des Erwerbseinkommens der Mutter jährlich 889 Euro Steuergutschrift beim Ehemann wegfallen. Und zusätzlich käme für die Frauen dann noch das dicke Ende in der Pension. Da wäre es dann nämlich wieder von Vorteil, wenn die Frau möglichst rasch nach der Karenzzeit in die Normalarbeitszeit zurückkehren würde, kritisierte Prammer.

Geld für Kinderbetreuung nützen

Diese "Familienbesteuerung durch die Hintertür" koste, so die SPÖ-Frauen-Chefin, 230 Millionen Euro. Mit diesem Geld würde die SPÖ anders umgehen: Damit könnten flächendeckend nötige Kinderbetreuungseinrichtungen geschaffen und erste Schritte in Richtung kostenloser Kinderbetreuung gesetzt werden. Alternativ möglich wäre auch die generelle Erhöhung der Familienbeihilfe. (APA)

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