"Gurke" und "Glasscherbe" bestimmten bald Londons Skyline

27. Jänner 2004, 20:25
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Neben Norman Foster und Renzo Piano gestalten auch andere namhafte Architekten am zukünftigen Stadtbild der britischen Hauptstadt

London - Auf dem Weg zur modernen Trendsetter-Metropole sind in den kommenden Jahren in London Bauten geplant, die das Gesicht und die Skyline der Stadt an der Themse verändern werden. Seit Jahren kommen viele der innovativsten Architekten aus London. Sie haben weltweit ihre Pläne verwirklicht, nur nicht in der Stadt, in der ihre Ideen entstanden. Das soll sich nun ändern.

Fosters Bürohochhaus nennen Londoner "Gurke"

Den Anfang dieser Entwicklung machte Sir Norman Foster mit seinem vom Finanzdienstleister Swiss Re in Auftrag gegebenen Hochhaus, in dem demnächst 4.000 Angestellte arbeiten werden. Das zapfenförmige Gebäude fordert zu Vergleichen geradezu heraus. Englische Kritiker haben den Bau mit einer der frühen Raketenentwürfe Wernher von Brauns verglichen. Die Londoner nennen das Gebäude eine "Gurke".

"Gurke" wird London so bestimmen wie St. Paul's Cathedral und Canary Wharf

Der Architekturkritiker des "Guardian" prophezeite dem aus vielen Winkeln der Stadt wahrnehmbaren 180 Meter hohen Bau, dass er wie die St. Paul's Cathedral und die Canary Wharf die Skyline Londons für die nächsten Generationen bestimmen werde. Dasselbe treffe auch auf den von Renzo Piano entworfenen London Bridge Tower unweit der Tate Modern zu. Der umgerechnet 560 Millionen Euro teure Bau soll im Jahr 2009 fertig sein und hat auch schon einen Spitznamen: "Glasscherbe". Das extrem spitzwinklig zulaufende Gebäude wird im unteren Teil Büros und im oberen Teil ein Hotel beherbergen, dessen Zimmer eine spektakuläre Aussicht auf die Stadt und die Themse bieten werden.

Kritiker zu Rogers Bau: "Dem größten und wohl hässlichsten Flughafen"

Neben Piano und Foster hat mit Richard Rogers ein weiterer Architekt von Weltrang derzeit einen Londoner Großbau in Arbeit: Terminal 5 von Heathrow, dem größten und wohl hässlichsten Flughafen Europas, wie englische Kritiker behaupten. Rogers, der zusammen mit Piano das Centre Pompidou in Paris entwarf, übernahm die Planung des Milliarden teuren Baus, der ein wellenförmig geschwungenes Dach aus Glas und Stahl haben wird. Im Jahr 2008 sollen die Arbeiten beendet sein.

Neues Wembley-Stadion auch von Foster

Foster, dessen Glaskuppel des Berliner Reichstags schon ein Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt geworden ist, hat in London noch einen besonders symbolträchtigen Prestigebau in Arbeit: Das neue Wembley-Stadion. Es wird voraussichtlich 2006 fertig, rund eine Milliarde Euro kosten und das größte Stadion der Welt sein - zwar nicht hinsichtlich der Sitzplätze, aber was sein Volumen angeht. Der Bau ist architektonisch nicht innovativ, dafür aber genau auf die Bedürfnisse von Fußballfans abgestimmt.

Neuer Architekten-Sterne

Neben den längst etablierten Namen können auch die jüngeren Stars der englischen Architekturszene Projekte in der englischen Hauptstadt verwirklichen. Dazu gehört David Adjaye, der schon den Pavillon für die erste internationale Londoner Kunstmesse, Frieze Art, im vergangenen Oktober entwarf. Adjaye ist der Architekt der Idea Stores, unter deren Dach jeweils eine öffentliche Bibliothek als auch Geschäfte Platz finden werden.

Idea Stores

Die zwei derzeit im Bau befindlichen Idea Stores sind in Tower Hamlets, im armen Nordosten Londons angesiedelt. Das ungewöhnliche Konzept von Konsum und kostenfreier Kultur soll Nichtleser zum Lesen verführen. Nicht weit davon entfernt, in Whitechapel, sieht das Queen Mary College von Will Alsop seiner Fertigstellung im Sommer entgegen. Blickfang der Ausbildungsstätte für Medizin und Zahnmedizin wird das Wissenschaftszentrum sein, das einer Körperzelle nachgebildet ist - allerdings vergoldet und in gigantischer Vergrößerung. (APA/dpa)

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    Englische Architekturkritiker haben Fosters Bau mit ...

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    ...einer der frühen Raketenentwürfe Wernher von Brauns verglichen.

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