Kolumbien: Anschlag auf Ölpipeline

22. Jänner 2004, 13:04
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FARC setzt Kampf gegen Regierung durch Attacken auf die Wirtschaftsinfrastruktur fort - Zwei Polizisten an Straßensperre erschossen

Bogota - Rund zwei Wochen nach der Festnahme ihres führenden Mitglieds Ricardo Palmera alias Simon Trinidad haben die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ihren Kampf gegen die Regierung offenbar wieder aufgenommen. Unbekannte sprengten eine Ölpipeline bei Arauqita in der Provinz Arauca rund 400 Kilometer nordöstlich von Bogota, wie die Polizei mitteilte. Sie machte die FARC für den Anschlag verantwortlich.

Der 53-jährige Trinidad war Anfang Jänner in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito festgenommen und nach Kolumbien überstellt worden. Trinidad gilt als die Nummer vier der FARC und als einer der Vordenker der 1964 gegründeten Guerilla. 16 Jahre lang war der frühere Bankier und Wirtschaftsprofessor Mitglied der FARC-Führung. Trinidad war an den 1999 begonnenen Friedensverhandlungen beteiligt, die die Regierung des damaligen Präsidenten Andres Pastrana im Februar 2002 für beendet erklärte. Der rechtsgerichtete Präsidenten Alvaro Uribe hatte bei seinem Amtsantritt 2002 der FARC den Kampf angekündigt.

Feuergefecht

Bei einem Überfall auf eine Anti-Drogeneinheit erschossen FARC-Rebellen am Montag zwei Polizisten. Zu dem Feuergefecht zwischen den Sicherheitskräften und den Rebellen kam es auf der Regionalstraße zwischen den Provinzen Tolima und Quindio im Westen Kolumbiens, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten mussten demnach an einer von der FARC errichteten Straßensperre halten und wurden aus Gewehren und mit Granaten beschossen. Die Rebellen hätten einen Werttransporter mit 120 Millionen Pesos (rund 35.000 Euro) erbeutet. (APA/AFP/red)

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    Die US-Ölfirma Oxy und das kolumbianische Unternehmen Ecopetrol pumpen täglich rund 105.000 Barrel Öl (ein Barrel sind 159 Liter) durch die 772 Kilometer lange Pipeline zwischen Cano Limon und dem Hafen Covenas westlich der Stadt Cartagena an der Karibikküste.

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