Homosexualität als "heilbare Krankheit"

20. Jänner 2004, 16:09
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"Living Waters" organisiert in Österreich Seminare, um "Schwule zu retten"

Paris - "Die Homosexualität ist eine mit Hilfe des Heiligen Geistes heilbare Krankheit, ihre Opfer können ihre wirklich von Gott gewollte Identität finden. Das ist der Glaube der fundamentalistischen Christen in Österreich, die unter dem wohlwollenden Auge der Konservativen in der katholischen Hierarchie Seminare organisieren, um den Homosexuellen 'Gesundheit' und 'Rettung' zu bringen." Dies schreibt die linksunabhängige Pariser Tageszeitung "Liberation" in der Dienstag-Ausgabe in einem Artikel mit dem Titel "In Österreich 'heilt' Gott die Gays".

"Ausweg aus der Homosexualität"

"Liberation" bezieht sich dabei auf die von "Living Waters", einem Ableger der US-amerikanischen Organisation "Desert Stream" organisierten Seminare, über die zwei Studenten gegenüber dem Gay-Magazin "Lambda Nachrichten" und "profil" berichtet haben. "Desert Stream" wurde vom "Ex-Schwulen" Andrew Comiskey gegründet, der einen "Ausweg aus der Homosexualität" anbieten will. Das Pariser Blatt zitiert den Wiener Sexologen Dieter Schmutzer, der diese Methoden als "pseudotherapeutisch" und "Gehirnwäsche, die einer Sekte würdig sind" bezeichnet.

Unterstützung von Bischof Laun

Die Seminare kosten nach Angaben der Tageszeitung 120 Euro für zwölf Sitzungen zu je drei Stunden. Die als "Laienpriester" bezeichneten Gruppenführer sind selbst ehemalige Homosexuelle, die einen Ausbildungskurs bei "Living Waters" mitgemacht haben. "In Österreich genießt Living Waters die ausdrückliche Unterstützung des Weihbischofs von Salzburg, des sehr konservativen Andreas Laun. Er ist einer von jenen in der österreichischen Kirche, die die militanten Homosexuellen, welcher er mit Wölfen vergleicht, die die Herde angreifen, am aktivsten bekämpfen", so "Liberation".

"Die Haltung der Kirche ist zwiespältig: Der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, der sich sehr skeptisch äußerte über diese 'Heilungsprogramme', hat zwar einen Pfarrer für die Homosexuellen eingesetzt. Aber der Prälat empfängt regelmäßig gewisse Vertreter von Living Waters", heißt es in dem Artikel abschließend. (APA)

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