Kamerun greift nach Hattrick

26. Jänner 2004, 09:43
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Winnie Schäfers Löwen haben bereits zwei Mal in Folge den Afrika-Cup für sich entschieden - In Tunesien mit dabei: Bregenz-Sturm Nzuzi

Tunis - Was Ägypten (1957, 1959) und Ghana (1963, 1965) nach jeweils zwei Erfolgen in Serie vergeblich versuchten, hat nun Kamerun im Visier: Die Truppe des deutschen Teamchefs Winnie Schäfer möchte Fußball-Geschichte schreiben und als erstes Land den Hattrick im Afrika-Cup schaffen. Die "Löwen" gelten für die 24. Auflage des Turniers, das von Samstag bis 14. Februar in den tunesischen Städten Tunis, Bizerte, Sousse, Monastir und Sfax ausgetragen wird, als Favorit.

Schäfer setzt auf eingespieltes Team

Der Olympiasieger von Sydney 2000, der die seit 1957 alle zwei Jahre stattfindende Meisterschaft Afrikas wie Ägypten und Ghana schon insgesamt vier Mal gewonnen hat, gab zuletzt Nigeria (2000) und dem Senegal (2002) im Finale jeweils nach Elfmeterschießen das Nachsehen. Schäfer, seit 2001 im Kameruner Teamchef-Amt, glaubt an das Triple. "Vor allem deshalb, weil wir ein eingespieltes Team haben", sagt der 54-Jährige, der erst vor kurzem seinen Vertrag bis 2006 verlängert hat.

Geheimtipp Ruanda

Die Stärke demonstrierte die Auswahl des zentral-afrikanischen Landes, das seit 1990 Stammgast von WM-Endrunden ist, zuletzt Ende November im Konförderations-Cup, in dem die Schäfer-Truppe erst im Endspiel in Europameister Frankreich seinen Meister fand. "Dort haben wir uns sehr gut verkauft", erinnert sich der Deutsche. Als hartnäckigste Widersacher seines Teams stuft er Tunesien auf Grund des Heimvorteils sowie Senegal und Nigeria ein. Ruanda ist für ihn ein Geheimtipp.

Tunesien versucht's mit Lemerre

Obwohl der Heimvorteil im Afrika-Cup nicht zu unterschätzen ist - immerhin setzten sich in neun von bisher 23 Fällen der Gastgeber durch - spricht die Statistik nicht eben für die Nordafrikaner. Sie haben das Turnier - auch vor eigenem Publikum 1965 und 1994 - überhaupt noch nie gewonnen. Aber vielleicht gelingt die Premiere jetzt mit Roger Lemerre, den das Gruppen-Aus bei der WM 2002 in Asien den Job als Teamchef des damaligen Titelverteidigers Frankreich kostete.

Der 62-jährige Lemerre gibt sich jedenfalls optimistisch: "Mein Team hat sich positiv entwickelt. Ich bin sicher, wir werden das auch in unserer Heimat und unseren Zuschauern unter Beweis stellen." Man scheute weder Kosten noch Mühen, wurde doch sogar ein Brasilianer eingebürgert. So wird der für den französischen UEFA-Cup-Starter FC Sochaux tätige Francileudo Santos sein Debüt geben.

Nzuzi dabei, Akwuegbu fraglich

Unter den 16 teilnehmenden Mannschaften gibt es auch einen Österreich-Bezug. Im Kader der Demokratischen Republik Kongo steht mit dem Stürmer Polo Nzuzi ein Spieler des T-Mobile-Bundesligisten Casino SW Bregenz. Mit dem nigerianischen GAK-Stürmer Benedict Akwuegbu, der möglicherweise vor einem Transfer steht, könnte noch ein zweiter Österreich-Legionär dazu kommen. "Bleibt er bei uns, sollte er die Vorbereitung mitmachen", erklärte GAK-Manager Hannes Weninger. Die meisten Legionäre kommen übrigens aus Frankreich (78) gefolgt von Belgien (28) und England (24). (APA)

Gruppeneinteilung: (Die ersten zwei Team jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf):

A: Tunesien, Ruanda, RD Kongo, Guinea
B: Senegal, Burkina Faso, Kenia, Mali
C: Kamerun, Algerien, Simbabwe, Ägypten
D: Nigeria, Marokko, Südafrika, Benin

Afrika-Cup-Sieger seit 1990:

1990: Algerien
1992: Elfenbeinküste
1994: Nigeria
1996: Südafrika
1998: Ägypten
2000: Kamerun
2002: Kamerun

Rekord-Sieger: Kamerun, Ägypten und Ghana (je vier Erfolge)

  • Kamerun-Coach Winnie Schäfer möchte auch heuer wieder die Medaille des Siegerteams küssen.

    Kamerun-Coach Winnie Schäfer möchte auch heuer wieder die Medaille des Siegerteams küssen.

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