Pressestimmen: "Chaotischer Schneesturm für Dean"

21. Jänner 2004, 16:06
2 Postings

Washington Post: "Ein erstaunliches politisches Comeback"

Washington/New York/London/Paris - Die "Washington Post" meint am Dienstag zu den Ergebnissen der ersten Vorwahlen für einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten in Iowa:

"Die Zählung der letzten Nacht - und die verstärkten Umfragen in New Hampshire, wo die Vorwahlen in einer Woche abgehalten werden - hat die alte Weisheit untergraben, dass (Howard) Dean die Ernennung in der Tasche hat, bevor eine einzige Stimme abgegeben wurde. Deans Hoffnung auf einen perfekten Sturm in Iowa - sein Slogan für die letzte Woche der Kampagne - hat sich in einen chaotischen Schneesturm verwandelt. Am Ende hat (John) Kerry ein erstaunliches politisches Comeback geschafft, um die Vorwahl zu gewinnen, und (John) Edwards ist ein beinah ebenso beeindruckendes Kunststück gelungen, von einstelligen Zahlen vor wenigen Wochen zu einem starken zweiten Platz am Ende zu kommen. Dass Dean nicht gewonnen hat, war am Ende weniger überraschend, als dass er so weit hinter den ersten beiden liegt."

Über John Kerry und John Edwards schreibt die "New York Times" am Dienstag:

"Sehr viele Menschen sind von den Ergebnissen des Caucus (basisdemokratische Abstimmung, Anm.) in Iowa überrascht worden, eingeschlossen gewiss die Anhänger von Howard Dean und Richard Gephardt. Aber ganz oben auf der Liste derer, die daneben getippt haben, stehen all die politischen Theoretiker, die glaubten, dass die Demokraten, die böse auf George Bush sind, einen Präsidentschaftskandidaten wollten, der ihre Empörung am besten kanalisieren kann. Gestern zumindest hieß böse auf Mr. Bush sein, einen Kandidaten finden zu wollen, der ihn schlagen könnte. ... In dieser Zeit der politischen Attacken ist es schön, einen Moment des Pragmatismus zu haben."

Der linksliberale "Independent" (London) schreibt am Dienstag vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen in den USA zu den Leistungen von Präsident George W. Bush:

"Während Bush seinen Wahlkampf beginnt, zeigt ein riesiger Katalog von Fehlern die wahre Beschaffenheit der Vereinigten Staaten. Vor vier Jahren legte Bill Clinton einen triumphalen Rechenschaftsbericht vor dem Kongress ab, wonach der Zustand der Union "stärker war als jemals zuvor". Kein Wunder, dass sein Vorgänger mit den Pfunden eines Krieges wucherte, den die Mehrheit der Amerikaner offensichtlich immer noch als kurz und erfolgreich ansehen und der, alles in allem, zu ihrer Sicherheit beitrug.

Die größte Herausforderung für die Demokraten ist, Bush zu zwingen, mit seinen eigenen Leistungen zu kämpfen, mit seiner gesamten Bilanz, und nicht mit seiner Krieger-mit-Lorbeerkranz-Version. Wir müssen hoffen, dass derjenige, der aus den Vorwahlen als Sieger hervorgeht, die Stärke und Überzeugung besitzt, die Partei zu einen und den amerikanischen Wählern die Möglichkeiten gibt, die sie verdienen." (APA/dpa/AFP)

Share if you care.