Heineken schluckt BBAG praktisch ganz

21. Jänner 2004, 09:35
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Der niederländische Bierriese übernimmt fast den gesamten Streubesitz des heimischen Getränkekonzerns

Amsterdam/Wien - Nahezu perfekt ist jetzt die Totalübernahme des größten österreichischen Bier- und Getränkekonzerns BBAG/Brau Union durch den niederländischen Bierriesen Heineken: Die Holländer haben auch den Streubesitz der beiden börsenotierten Gesellschaften nach dem Ablauf ihres bis 16. Jänner befristeten öffentlichen Pflichtofferts praktisch zur Gänze in ihren Besitz gebracht. Damit sind die Weichen für ein baldiges Börsendelisting von BBAG und Brau Union (alt) gestellt.

98,73 Prozent nun bei Heineken

Heineken hält nun 98,73 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals der BBAG, vor dem Pflichtangebot waren es 70,49 Prozent. Bei der BBAG-Biertochter Brau Union (alt) gehören dem weltweit drittgrößten Braukonzern inzwischen 98,70 (zuvor 68,78) Prozent des Grundkapitals.

Jene Kleininvestoren, die das Heineken-Angebot bisher nicht angenommen haben, können das noch in einer Nachfrist tun. Diese läuft ab dem morgigen Tag (mit den Schaltungen der amtlichen Bekanntgabe des Ergebnisses zum öffentlichen Pflichtangebot) insgesamt 10 Börsentage bis 3. Februar.

124 Euro pro Stammaktie

Pro Stammaktie der Brau-Beteiligungs-AG (BBAG) hat Heineken 124 Euro geboten, pro Brau Union-Stammaktie 127,27 Euro. Für den Aufkauf des vollen Free Float macht Heineken wie berichtet insgesamt fast 742 Mio. Euro flüssig.

Die Mehrheit an der BBAG/Brau Union-Gruppe hatten die Niederländer offiziell Mitte Oktober 2003 von den Familienaktionären des österreichischen Getränkeriesen übernommen.

Brau Union-Vorstandschef Karl Büche bestätigte Montagabend das Ergebnis des Abfindungsangebots. Er sprach von einem "beeindruckenden Beweis, dass auch das Streubesitzangebot nicht nur fair, sondern auch attraktiv war".

Delisting "ohne Verzögerung"

Das Abfindungsergebnis sei auch wichtig für die weiteren Schritte auf dem Weg zur neuen Brau Union, weil damit die nächsten gesellschaftsrechtlichen Schritte gesetzt werden könnten. Die kommenden technischen Schritte seien nun einmal die Nachfrist und danach "ohne Verzögerungen" das Delisting der Gesellschaften von der Wiener Börse.

Von den bisher im Streubesitz befindlichen BBAG-Aktien von 2,549.838 Stück (29,51 Prozent des Grundkapitals) wurden 2,440.083 Stück oder 28,24 Prozent des Grundkapitals zum Verkauf eingereicht.

Die Zustimmungsquote lag rein rechnerisch bei 95,7 Prozent. Von den 3,122.173 Brau Union-Aktien des Free Float (31,22 Prozent vom Grundkapital) wurden 2,992.512 Stück oder 29,93 Prozent des Grundkapitals Heineken übertragen (Zustimmungsquote 95,8 Prozent). Ähnlich hohe Zustimmungsraten gab es auch bei den BBAG-Genussscheinen. (APA)

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