Super Bowl: Rekordpreise für Werbespots

28. Jänner 2000, 18:09

Risiko-Auftritt für Start-Ups bei 2,2 Millionen Dollar für 30 Sekunden

Dreißig Werbesekunden beim Endspiel der American Football League Super Bowl kosten heuer durchschnittlich 2,2 Millionen Dollar. Trotzdem sind einige Internet-Start-Ups bereit, diesen Betrag aufzubringen. Nachdem der Super Bowl eines der wenigen Ereignisse ist, bei dem die erwarteten 130 Millionen Zuseher die Werbespots in den Spielpausen tatsächlich sehen wollen, hofft man, dass sich die beträchtlichen Investitionen lohnen. Werbeexperten warnen aber davor, zu großes Risiko einzugehen.

Dieses Jahr sind bereits 17 von insgesamt 61 Unternehmen, die Sendezeiten beim Super Bowl gebucht haben, Dot.Coms. 1999 waren Monster.com http://www.monster.com und sein Rivale Hotjobs.com http://www.hotjobs.com die einzigen Internet-Unternehmen, die Werbespots schalteten und waren damit sehr erfolgreich. Möglicherweise ist die Tatsache, dass diese beiden Firmen auch heuer wieder unter den werbenden Unternehmen sind, für andere Dot.Coms Sicherheitsfaktor genug, um das große finanzielle Risiko auf sich zu nehmen.

Hotjobs-Sprecher Bob Liu über den letztjährigen Werbeauftritt beim Super Bowl, wofür das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Einkommens aufwendete: "In Wirklichkeit war die Sache sehr risikoreich. Es gab natürlich absolut keine Garantie auf Erfolg." Nichtsdestoweniger konnte Hotjobs.com einen Anstieg der Site-Hits von 180 Prozent verbuchen.

Zu den Neueinsteigern gehören unter anderem OnMoney.com, OurBeginning.com, Computer.com oder LifeMinders.com. Einige von ihnen planen den Werbeauftritt beim Super Bowl als Einstiegsplattform für ihren Auftritt im Web. Kreativdirektor Dennis Ryan vermutet: "Einem großen Teil der werbenden Unternehmen geht es beim Super Bowl nur um ihr Ego. Es ist als würden kleine Jungen mit ihren großen Investitionen angeben wollen." Außerdem gehe es nur teilweise um Konsumenten, viel wichtiger sei die Aufmerksamkeit potenzieller Investoren.

Publikumsanalytiker Jarvis Mak meint: "Momentan sind die Leute einfach übersättigt, weil so viele Dot.Coms um Sendeplätze streiten. Das bedeutet eine riesengroße Herausforderung für die Unternehmen. Es werden jene hervorstechen, die Aufmerksamkeit erregen können ohne Dot.Com zu sagen." Nicht zuletzt muss der Schwung auch nach dem Großereignis aufrechterhalten und Marken aufgebaut und betreut werden, sonst sind die vielen Millionen Werbedollar sicherlich Verschwendung. (Reuters/wired/pte)

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