Pannonische Personalrochaden

20. Jänner 2004, 14:59
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Georg Pehm folgt Darabos als Landes- Geschäftsführer - Spekulationen um VP-Wirtschaftsflügel: Kampfansage an Parteichef Steindl?

Eisenstadt - Die burgenländische SPÖ verabschiedet sich nun auch organisatorisch von Norbert Darabos, der seit einiger Zeit die Bundespartei managt und jetzt Heinz Fischer zum Bundespräsidenten machen soll. Am Montag präsentierte Landeshauptmann Hans Niessl den neuen Landesgeschäftsführer, und der ist mit Georg Pehm (zuletzt Büroleiter von Finanzlandesrat Helmut Bieler) eine der bislang stillen Personalreserven der pannonischen Sozialdemokraten, der freilich immer wieder im einschlägigen Gespräch gewesen ist. So sehr sogar, dass selbst die NÖN-Tochter BVZ in ihrer letzten Ausgabe nicht anders konnte, als die Bestellung Pehms zu verbreiten - ein absolutes Novum bei roten Personalentscheidungen.

Pehm soll, so hört man, demnächst auch als Mandatar aufgestellt werden. Vorgesehen ist ein Sitz im Bundesrat. Die Inhaberin dieses Sitzes wechselt in den Landtag auf den Stuhl von Norbert Darabos. Der Zeithorizont der Rochade ist freilich noch ungewiss. Voraussetzung ist nämlich ein freier Platz für Darabos im Nationalrat.

Trotz voreiliger Bekanntgabe in der früheren VP-Zeitung hat der Wechsel an der SP-Parteispitze durchaus etwas von einer geordneten Hofübergabe. Beim Regierungspartner ÖVP scheinen dagegen - folgt man der von der Bvz-Meldung aufgeschreckten Lokalredaktion des Kurier - die Fetzen zu fliegen. Völlig überraschend wurde nämlich der Eisenstädter Bürgermeister, Peter Nemeth, als neuer Wirtschaftsbund-Obmann installiert. Dem seit Jahren aufgestellte Nachfolger von Franz Kröpfl als Präsident der Wirtschaftskammer, Josef Wiesler, droht das politische Ausgedinge. Statt ihm soll der Oberwarter Stefan Balaskovics designiert werden.

Die Bestellung des Eisenstädter Bürgermeisters zum Chef des VP-Wirtschaftsflügels gilt für manche Beobachter - nicht nur innerhalb der Eisenstadtredaktion des Kurier - als eine Art Kampfansage an Parteichef Franz Steindl. Mit Peter Nemeth betrete nämlich ein echtes Schwergewicht die seit Jahren wackelnde Parteibühne. Eine Einschätzung, die das Büro des Landeshauptmann-Vizes nur mit einem Wort kommentiert: "Hahnebüchen". (Wolfgang Weisgram/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.1.2004)

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    Schilfschnitt am Neusiedler See: Die SPÖ-Burgenland präsentiert sich im neuen Outfit.

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