Mehrheit der Europäer findet Sicherheit stärker bedroht

20. Jänner 2004, 16:48
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Über 60 Prozent sehen größere Gefahr als im Vorjahr

Paris - Die Mehrheit der Europäer ist einer Umfrage zufolge davon überzeugt, dass Frieden und Sicherheit auf der ganzen Welt heute stärker in Gefahr sind als noch vor einem Jahr. Mehr als sechs von zehn Europäern schätzten die allgemeine Bedrohung im Vergleich zum Vorjahr größer ein, sagte der Leiter des französischen Meinungsforschungsinstituts Ipsos, Edouard Lecerf, der Nachrichtenagentur AFP am Montag.

Während ein Drittel der Befragten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien die Gefahr für gleich groß wie vor einem Jahr halte, schätzten nur fünf Prozent sie kleiner ein. "Es herrscht das diffuse Gefühl einer Bedrohung", betonte Lecerf.

"Ziemlich bis sehr große Bedrohung"

Die größte Gefahr für Frieden und Sicherheit ist für die Europäer der Studie zufolge der weltweite Terrorismus, den 71 Prozent der Befragten für eine "sehr große" und 95 Prozent für eine "ziemlich bis sehr große" Bedrohung halten. Vor diesem Hintergrund stimmte auch der Großteil der Befragten einem möglichen Einsatz ihrer Streitkräfte zu: 95 Prozent wären damit zu humanitären Zwecken einverstanden, 91 Prozent zur Verteidigung, 82 Prozent im Rahmen einer Friedensmission der Vereinten Nationen und 79 Prozent im "Kampf gegen den Terrorismus".

Zudem sprachen sich mehr als drei Viertel der Befragten für eine europäische Einsatztruppe aus, die von den Vereinigten Staaten unabhängig ist - in Deutschland waren es sogar 84 Prozent der Befragten.

Eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik hielten mehr als vier von fünf Befragten für "wesentlich oder wünschenswert" - am deutlichsten sprachen sich die Deutschen und die Franzosen mit 90 beziehungsweise 83 Prozent dafür aus. Für die jährliche Telefonumfrage mit dem Titel "Europa und seine Verteidigungsmittel" wurde in den genannten Ländern im November eine repräsentative Auswahl Erwachsener befragt. (APA)

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