Gewaltige Freude bei "Kini"

    20. Jänner 2004, 13:32
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    Zweirad-Sieger Nani Roma bedankte sich bei der Siegerehrung beim Ex-MC-Weltmeister und nunmehrigen KTM-Manager

    Dakar/Uderns - KTM-Urgestein Heinz Kinigadner war diesmal nach dem schweren Motorradunfall seines Sohnes Hannes zwar nicht als Teammanager vor Ort bei der 26. Rallye Dakar vertreten, Triumphator Nani Roma, der am Sonntag den ersten spanischen Sieg in der härtesten Wüstenrallye der Welt fixiert hat, wusste aber, dass er den größten Erfolg seiner Karriere auch dem ehemaligen Motocross-Weltmeister aus Tirol zu verdanken hat. Deshalb hielt Roma bei der Siegerehrung auch ein großes Schild mit der Aufschrift "Gracias Kini!!!" in Händen.

    In Spanien Sportthema Nummer 1

    "Dieser Erfolg von Nani und dem spanischen KTM Repsol Team freut mich natürlich gewaltig. Spanien ist ja für mich so etwas wie eine zweite Heimat", lautete der hocherfreute Kommentar von "Kini", der einen Zweitwohnsitz auf Ibiza hat. "Und in Spanien ist sein Sieg jetzt Sportthema Nummer eins. Am Montag gehörten die großen Schlagzeilen und der meiste Platz in den Zeitungen nämlich nicht dem Fußball, sondern Nani Roma! Und er wird mich und meinen Sohn gemeinsam mit dem Repsol-Team und dem Siegerpokal noch diese Woche besuchen kommen, nachdem sie mich und den Hannes vor Beginn der Dakar ja bereits zum Abendessen eingeladen haben."

    Im Vorjahr hatte Kinigadner als Teammanager noch von einem schweren Unfall seines spanischen Schützlings berichten müssen. Roma hatte als Dritter der Gesamtwertung auf der neunten Etappe in Libyen nach einem fürchterlichen Sturz mit einem Handgelenksbruch und einer Wirbelstauchung aufgeben müssen. Ein bis dahin typisches Ende für den Iberer, der bis 2004 nur ein einziges Mal - 2000 als Gesamt-17. - das Ziel der Wüstenrallye erreicht hat. Sieben Mal war er vorzeitig ausgefallen, sechs Mal nach einem schweren Crash, nur ein Mal schlug der Defektteufel zu.

    Ähnliche Typen

    "Man hat Nani immer mit mir verglichen. Er ist gleich groß, gleich schwer wie ich, fährt ähnlich aggressiv und hat auch schon ähnlich viele Stürze wie ich hinter sich", beschreibt Kinigadner den spanischen Zweirad-Crack. "Doch er hat heuer eindrucksvoll widerlegt, dass er nicht nur Gas geben, sondern das Material trotz seiner aggressiven Fahrweise auch heil ins Ziel bringen kann. Dazu hat er auch Nervenstärke bewiesen, denn es ist ja bei den Motorrädern im Gegensatz zu den Autos, wo Peterhansel überlegen war, bis zum Schluss sehr knapp zwischen Nani und Richard Sainct zugegangen."

    Ob "Kini" im nächsten Jahr wieder als KTM-Teammanager beim Wüstenspektakel vor Ort dabei sein wird, hängt in erster Linie vom Gesundheitszustand seines Sohnes Hannes ab, der nach seinem Motocross-Unfall bei einer Benefizveranstaltung Ende Juli gelähmt ist. "Ich hoffe natürlich sehr, dass ich 2005 wieder dabei bin, denn das würde ja heißen, dass es meinem Sohn besser geht."

    Hermann Maier herzlich willkommen

    Im Hinterkopf denkt der Tiroler jedenfalls bereits an die Dakar-Zukunft von KTM. "Wir wollen natürlich wieder ein österreichisches Fahrer-Team aufbauen. Ich habe schon im Vorjahr damit begonnen, doch wie dann das mit dem Hannes passiert ist, hat mich das verständlicherweise nicht mehr interessiert", erklärt Kinigadner. "Und den Hermann Maier, der ja bereits Interesse bekundet hat, die Dakar-Rallye auf einem Motorrad bestreiten zu wollen, empfangen wir bei KTM natürlich mit offenen Armen."

    KTM-Chef Stefan Pierer genoss am Sonntag den Dakar-Triumph vor Ort in vollen Zügen, hatte allerdings vor dem großen Moment ein schlimmes Erlebnis am Rande der senegalesischen Hauptstadt zu überstehen. Der Boss der oberösterreichischen Motorradschmiede war am Samstag mit vier seiner KTM-Mitarbeiter mit einem Geländewagen wegen eines überhitzten Motors liegen geblieben und dann Opfer eines Raubüberfalls geworden. "Geld, Uhren, Schmuck, Handys - alles bis auf die Pässe nahmen die Räuber mit", berichtete Kinigadner. "Aber angesichts des großen KTM-Erfolgs war dies für ihn (Pierer, Anm.) zu verkraften." (APA)

    • KTM-Sportdirektor Heinz Kinigadner im Gespräch mit Fabrizio Meoni bei der letztjärigen Dakar.
      foto:ktm/j. cunha

      KTM-Sportdirektor Heinz Kinigadner im Gespräch mit Fabrizio Meoni bei der letztjärigen Dakar.

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