Uni Wien: Ex-VfGH-Präsident Adamovich soll vermitteln

29. Jänner 2004, 19:23
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Rektorat verteidigt erneut umstrittenen Organisationsplan: Rahmenbedingungen durch Gesetz vorgegeben

Wien - Im Konflikt zwischen dem Rektorat der Universität Wien und den Studentenvertretern will die Uni-Leitung eine "externe Persönlichkeit, die mit den universitären Gegebenheiten vertraut ist", mit der Vermittlung betrauen. In einem Offenen Brief an die Hochschülerschaft schlagen Rektor Georg Winckler, die Vizerektoren sowie die Dekane der sieben Fakultäten dafür den ehemaligen Verfassungsgerichtshofs-Präsidenten Ludwig Adamovich vor, der bis Ende 2003 auch als Vorsitzender des Universitätsbeirates der Hochschule fungiert hat.

ÖH lehnte Gesprächsangebot des Rektorats ab

Die Studentenvertreter haben am Donnerstag aus Protest gegen den geplanten neuen Organisationsplan der Universität und die Einschränkung der Mitbestimmung den Senatssaal bzw. das Rektorat der Universität besetzt und nach ihrem Abzug am Freitag ein Gesprächsangebot des Rektorats abgelehnt. Begründung: Winckler sei nicht bereit, auf die unabdingbaren Grundforderungen der Studenten wie die Rücknahme des Organisationsplans einzugehen.

Offener Brief der Uni-Führung

"Ihre Weigerung, das Rektorat als Gesprächspartner anzuerkennen, schadet der Sache der Studierenden, deren Anliegen Sie vertreten wollen", heißt es in dem Offenen Brief der Uni-Führung. Und: "Die verbale Aufrüstung der letzten Wochen und die Anfeindungen gegenüber Mitgliedern der Universitätsleitung drohen zu einer Radikalisierung zu führen, die die Grenzen demokratischer Auseinandersetzung überschreitet."

Studenten signalisieren kein Entgegenkommen

In der Sache selbst wurde den Studenten kein Entgegenkommen signalisiert: Die Rahmenbedingungen der vom Rektorat angebotenen Gespräche würden durch das Universitätsgesetz (UG) 2002 vorgegeben, "an denen sich die Ausgestaltung des Organisations- und Entwicklungsplans sowie die studentische Mitbestimmung orientieren muss". Viele der von den Studentenvertretern im Zuge ihres Protests erhobenen Forderungen würden sich auf gesetzliche Gegebenheiten beziehen, deren Veränderung nur durch das Parlament möglich sei. (APA)

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