Frankreich: Inzest über 40 Jahren hinweg

20. Jänner 2004, 18:28
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Uber drei Generationen einer Familie waren sexueller Gewalt, Sadismus und Gruppensex ausgesetzt

Agen - Inzest über drei Generationen hinweg, mehr als 40 Jahre der sexuellen Gewalt, des Sadismus und des Gruppensex in einer Familie unter dem Einfluss eines "Patriarchen" - mit diesem bisher verborgenen Geschehen in einem südwestfranzösischen Dorf setzt sich seit Montag das Geschworenengericht von Agen auseinander. 13 Männer und Frauen der Familie, 29 bis 74 Jahre alt, sind der Vergewaltigung Minderjähriger, der Gruppenvergewaltigung und sexueller Misshandlung angeklagt. Der Prozess wird hinter verschlossenen Türen abgewickelt.

Was in dem Haus der Inzest-Familie über die Jahrzehnte hinweg vor sich gegangen sein soll, hatte ein 16-jähriger Junge aus der Familie ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Selbst wegen Vergewaltigung seiner Schwester verurteilt, brach er das Schweigen. Nach seinen Angaben war er bereits als Fünfjähriger und seitdem regelmäßig von seinem Großvater vergewaltigt worden. Die jüngsten Sex-Opfer, um die es in dem Prozess geht, sollen erst einige Monate alt gewesen sein.

Der "Patriarch"

Der "Patriarch", ein Landwirt in der Marmande-Region, soll schon in jungen Jahren seine vier Kinder, die inzwischen erwachsen sind, zu sexuellen Beziehungen gezwungen und dies dann auch bei seinen zehn Enkeln fortgesetzt haben. Seine jüngere Ehefrau hat sich nach der Anklageschrift aktiv beteiligt. Die vier Kinder sollen dann wiederum ihren eigenen Nachwuchs sowie Neffen und Nichten missbraucht haben.

Die Familie lebte zurückgezogen in einem Alltag, der von Alkohol und Misshandlungen geprägt war. Die Mitglieder der Inzest-Familie sollen geistig zurückgeblieben sein. Weil die Vergewaltigung der vier Kinder des Großvaters verjährt sind, befassen sich die Geschworenen lediglich mit der sexuellen Misshandlung der jüngeren Generationen.(APA/dpa)

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