Immer mehr Private gehen in Konkurs

27. Jänner 2004, 09:26
15 Postings

Pleitenrekord mit mehr als 10.100 Insolvenzen im vergangenen Jahr - Grundig, Ankerbrot und Augarten waren prominenteste Fälle

Wien - Mit insgesamt 10.142 Insolvenzen (Firmen und Private) erreichte die Zahl der Pleiten in Österreich im Vorjahr einen neuen Rekordwert. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem vorangegangenen Jahr um 12,0 Prozent oder um 1.086 Verfahren, geht aus der aktuellen Insolvenzstatistik für 2003 des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) hervor.

Der Anstieg der Gesamtinsolvenzen wurde vor allem von den Privatinsolvenzen getragen, die im Jahresabstand um 18,4 Prozent zulegten, während der Anstieg der Unternehmenspleiten mit einem Plus von 7,4 Prozent moderater ausgefallen war.

Mehr Verfahren, mehr abgewiesen

Die Zahl der eröffneten Erfahren stieg um 10,4 Prozent auf 6.719 Fälle, bei den mangels Masse abgewiesenen Konkursanträgen gab es ein Plus um 15,3 Prozent auf 3.423 Pleiten.

Im Jahresvergleich zurückgegangen ist die Höhe der Passiva und zwar auf 3,08 Mrd. Euro nach 3,75 Mrd. Euro im Jahr 2002. Insgesamt waren im Berichtsjahr 2003 30.582 Arbeitsplätze durch Insolvenzen gefährdet, das waren um 562 weniger als im Jahr davor.

Der Anstieg der Pleiten in Österreich sei zwar nicht so dramatisch wie in Deutschland, es habe im Vorjahr auch keine echten Megapleiten gegeben, dennoch dürfe die Entwicklung aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden, so der AKV.

Baugewerbe besonders betroffen

Die meisten Pleiten gab es im Vorjahr wieder im Bauhaupt- und Nebengewerbe mit 1.027 Fällen, gefolgt vom Bereich Gaststätten und Hotellerie mit 938 Verfahren. An dritter Stelle folgen Transportunternehmen mit 467 Fällen, die Elektrobranche mit 338 Fällen und der Bereich Papier, Druck, Verlage mit 274 Fällen.

Die prominentesten Fälle waren im Vorjahr der Konkurs der Grundig-Gruppe, der Ausgleich des Wiener Backriesen Ankerbrot und der Konkurs der Porzellanmanufaktur Augarten. (APA)

  • Insgesamt 30.582 Arbeitsplätze waren 2003 durch Insolvenzen gefährdet - Die Höher Passiva ging von 3,75 Milliarden Euro auf 3,08 zurück
    montage: derstandard.at

    Insgesamt 30.582 Arbeitsplätze waren 2003 durch Insolvenzen gefährdet - Die Höher Passiva ging von 3,75 Milliarden Euro auf 3,08 zurück

Share if you care.