IBM plant Auslagerung von Programmier-Jobs

27. Jänner 2004, 10:47
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Einsparungen von bis zu 75 Prozent pro Arbeitsplatz

Der US-Elektronikkonzern IBM plant offenbar die Auslagerung einiger tausend Jobs in Billiglohnländer wie Brasilien, China und Indien. Damit sollen bis zu 168 Millionen Dollar jährlich eingespart werden. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Montag, unter Berufung auf firmeninterne Dokumente. Demnach soll die Verlagerung der Stellen ins Ausland im Jahr 2006 beginnen.

Einsparungen

Die Ausübung der Programmierjobs durch Chinesen, Brasilianer oder Inder erspart dem Konzern bis zu 75 Prozent an Lohnkosten. Während die Stelle eines Programmierers mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung in China den Konzern 12,5 Dollar inklusive Gehalt und Versicherungen kostet, zahlt IBM für einen vergleichbaren Arbeitsplatz in den USA 56 Dollar pro Stunde. Bereits in diesem Jahr wird das Unternehmen nach Angaben des WSJ 3.000 Jobs ins Ausland verlagern.

Trend

Der Plan von IBM zeigt einen neuen Trend der IT-Unternehmen. Nach der Auslagerung vor allem von Arbeitsplätzen, die keine hohe Qualifikation erfordern, werden nun auch hochqualifizierte Jobs in Billiglohnländer verlegt. Der Konzern hat diese Pläne bisher weder offiziell bekannt gegeben noch kommentiert. Nach Angaben des WSJ enthalten die geheimen Dokumente aber bereits Anweisungen, wie die Manager den Mitarbeitern den IBM-Plan übermitteln sollen. Allerdings sei nicht klar, ob die Dokumente nur eine vorläufige Version beinhalten oder bereits endgültig sind.

Anstellung

Wie das WSJ unter Berufung auf einen IBM-Sprecher berichtet, plant der Konzern in diesem Jahr außerdem, 15.000 neue Mitarbeiter weltweit einzustellen, ein Drittel von ihnen in den USA. Ursprünglich war mit 10.000 neuen Stellen gerechnet worden. Damit würde sich die Anzahl der IBM-Mitarbeiter auf 330.000 erhöhen. Das bedeutet den höchsten Stand seit 1991. (pte)

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