"Frage der Vernunft"

22. Jänner 2004, 13:03
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Deutschlands Kanzler Schröder verspricht auf Reise durch Afrika Schuldenerlass sowie Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

Addis Abeba - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Staaten Afrikas weitere Hilfe beim Bemühen versprochen, stabile und demokratische Systeme aufzubauen. Die Verantwortung für die Entwicklung Afrikas sei nicht nur eine Frage der Moral: "Dies ist auch eine Frage der ökonomischen und politischen Vernunft", sagte Schröder am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba bei einem Besuch der Zentrale der Afrikanischen Union (AU). "Niemand kann in Sicherheit leben, wenn es in seiner Nachbarschaft Unsicherheit und Streit gibt."

Schröder würdigte Äthiopien für dessen Engagement bei der Konfliktbewältigung in Afrika und beim Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Bei einem Treffen in Addis Abeba sagte er Ministerpräsident Meles Zenawi Unterstützung für weitere Reformen in dem Land zu, das zu den ärmsten der Welt zählt. Der Kanzler stellte Äthiopien einen Schuldenerlass sowie Unterstützung bei der Berufsausbildung in Aussicht und sprach sich für eine weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Entwicklungshilfe aus. Am Rande des Treffens wurde ein bilaterales Investitionsschutzabkommen unterzeichnet.

Schröders Safari

Den Besuch bei der Afrikanischen Union hatte Schröder bewusst an den Anfang seiner Afrika-Reise gestellt. Die AU, die in ihren Strukturen der Europäischen Union nachzueifern versucht, war 2002 aus der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) hervorgegangen. Ihr gehören alle afrikanischen Staaten außer Marokko an, dessen Boykott auf die Aufnahme der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) zurückzuführen ist. Deutschland unterstützt die AU mit mehreren Millionen Euro, der größte Teil der Mittel ist für die Friedens- und Sicherheitspolitik vorgesehen.

Am Montagabend reiste Schröder nach Kenia weiter, anschließend nach Südafrika und Ghana. Im Mittelpunkt der Reise stehen neben der Entwicklungshilfe die Sicherheitspolitik und die Konfliktbewältigung auf dem Kontinent. (APA/dpa/AP)

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    Kanzler Schröder inspeziert die äthiopische Ehrengarde.

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