Der mit der Filzkugel tanzt

21. Jänner 2004, 11:53
posten

Andre Agassi gibt sich quicklebendig wie eh und je, er will den Titel der Australian Open unbedingt verteidigen und zum fünften Mal gewinnen

Melbourne - Titelverteidiger Andre Agassi hat die "neue Generation" der Tennisspieler kollektiv gewarnt, er sei noch nicht bereit, Platz zu machen. Heute beginnt in Melbourne das erste Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres, Titelverteidiger Agassi, die Nummer vier, hat es in der ersten Runde mit dem Australier Todd Larkham zu tun. Mit 33 Jahren ist Agassi, von Thomas Muster einst als Discovogel verspottet, superfit. Der verdienstvolle Muster schlägt sich mit Clowns wie Henri Leconte auf der Seniorentour, Agassi hat sich auf die Australian Open peinlich genau vorbereitet und seine aufstrebenden Kontrahenten wie Andy Roddick, Roger Federer und Lleyton Hewitt werden es schwer haben.

Hungrig wie eh und je

"Warum soll ich etwas ändern, was sich bisher stets bewährt hat?" Agassi hat die letzten drei Turniere an dieser Stelle gewonnen. Agassis gnadenloses Wintertraining ist irgendwie legendär, er hat zugegeben, dass zwei Kinder die Aufbauarbeit "zehnfach kompliziert machen". Aber noch sei er "so hungrig wie eh und je. "Wenn du älter wirst, musst du Anpassungen vornehmen und genauer auf deinen Körper hören. Aber dieses Turnier ist etwas Großes, das nimmst du für immer mit." Er ist seit 2003 der erste Nichtaustralier, der hier vier Titel gesammelt hat. Die Finalniederlage gegen David Nalbandian beim Kooyong International am Samstag hat seinen Appetit gesteigert.

Da am Samstag die Österreicher Sybille Bammer, Alexander Peya und Werner Eschauer in der letzten Runde der Qualifikation scheiterten, werden Jürgen Melzer (Thomas Behrend, GER), Stefan Koubek (Karol Beck, SVK), und Barbara Schett (Clarisa Fernandez, ARG) in der ersten Hauptrunde draufhauen.

Serena Williams, Jennifer Capriati, Monica Seles (alle USA) und Mary Pierce (FRA) haben wegen Verletzungen abgesagt, Kim Clijsters (BEL) ist marod, macht aber mit, wie Lindsay Davenport (Schulterzerrung). Favoritin ist die Belgierin Justine Henin-Hardenne. Venus Williams tritt erstmals seit dem Wimbledon-Finale wieder auf, Schwester Serena (Knieoperation im August) bleibt fern. Venus Williams: "Am schwersten war für mich zu akzeptieren, dass ich zuschauen muss." (DER STANDARD Printausgabe 19.01.2004)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Andsre Agassi hat immer einen Spass auf Lager.

Share if you care.