Suizidgefahr steigt mit dem Alter

25. Jänner 2004, 17:41
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Österreichs Frauen jedoch weniger gefährdet als Männer

Obwohl seit 1986 die Suizidraten in Österreich zwar insgesamt sinken, steigt die Selbstmordgefahr mit dem Lebensalter. Im internationalen Vergleich von 23 Ländern haben über 65-jährige österreichische Männer mit 118 Suiziden pro 100.000 EinwohnerInnen und Jahr nach den UngarInnen die zweithäufigste Selbstmordrate, über 75-jährige Frauen mit 28,5 die dritthäufigste. (Quelle: Dokumentation "Suizidprävention in Österreich)

Mögliche Ursachen

Gernot Sonneck, Leiter der Studie und Vorstand des Instituts für Medizinische Psychologie am AKH Wien sieht als Ursache psychologische Probleme im Umgang mit den neu hinzu gekommenen Lebensjahren aber auch soziale Bedingungen: "Viele sind erstmals mit der Herausforderung konfrontiert, eine Lebensform für dieses hohe Alter zu entwickeln". Dazu kämen Geschlechtsspezifika: Betagte Männer kommen mit dem Tod der Partnerin schlechter zurecht als umgekehrt. Bei beiden Geschlechtern spiele die angst vor Krankheit eine Rolle: "Wir wissen heute, dass sich mehr Menschen umbringen, weil sie glauben, Krebs zu haben, als Menschen, die wirklich Krebs haben", so Sonneck.

Tendenzen bei Frauen

Frauen weisen zwar insgesamt eine niedrigere Selbstmordgefährdung als Männer auf, doch bei älteren Österreicherinnen schlägt sich das zunehmende Risiko dennoch nieder. Lag die Selbstmordrate der jungen Frauen von 15 bis 24 Jahren zwischen 1990 und 1994 bei 6,2 pro 100.000 Einwohnerinnen, betrug sie in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen 8 und in der Gruppe der 45- bis 54-jährigen Frauen bereits bei 17,1 Suizide pro 100.000. Ein deutlicher Sprung setzte dann in der Altersgruppe ab 75 ein: 28,5 pro 100.000 Österreicherinnen brachten sich in dieser Altersgruppe um. (red)

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