RSF ehrt Journalisten

19. Jänner 2004, 09:21
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...aus Nachfolgestaaten Jugoslawiens für Berichterstattung über Kriegsverbrechen, Menschenhandel und Korruption

Der kroatische Journalist Zeljko Peratovic, so wie die Journalisten Jelena Bjelica und Milorad Vesic, beide aus Serbien, haben am Sonntag bei einem Festakt im Wiener Palais Schwarzenberg den "Press Freedom Award 2003" entgegen genommen. Der österreichische Zweig der Menschenrechtsorganisation zur Wahrung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF) hat den Preis, der unter dem Titel "Signal für Europa" steht, heuer zum zweiten Mal vergeben; diesmal an Journalisten aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien.

Zeljko Peratovic erhielt den Preis für seine Artikel über die Gräueltaten kroatischer Soldaten gegenüber der serbischen Bevölkerung der Kleinstadt Gospic im Jahre 1991. Damit sei er, wie sein Laudator, der Publizist Norbert Mappes-Niediek, sagte, "der erste Journalist gewesen, der ausführlich über die Kriegsverbrechen durch die eigene Seite berichtet habe".

Die 26-jährige Jelena Bjelica wurde die Auszeichnung für die Aufarbeitung des Menschen- und Frauenhandels auf dem Balkan zuerkannt. Sie hat ein Handbuch verfasst, das ihre Kollegen bei der Recherche mit objektiv ausgewerteten Daten zu diesem Thema unterstützen soll.

Der Fernsehjournalist Milorad Vesic nahm den Preis für eine Reihe von TV-Berichten entgegen, welche die widerrechtliche Vergabe von Staatswohnungen durch korrupte Beamte des Milosevic-Regimes an deren Freunde und Verwandte dokumentieren. Laut Vesic dauerte diese Praxis von 1992 bis 2000 an. Der Schaden betrage über eine Milliarde Euro. Bis heute würden Menschen in den Wohnungen leben, die Verantwortlichen seien ungestraft geblieben. (APA)

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