RTL-Dschungelshow ruft Medienwächter auf den Plan

23. Jänner 2004, 23:43
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Fernsehsender sollten Show-Konzepte bei Freiwilliger Selbstkontrolle Fernsehen einreichen

Nach der Kritik an der Dschungelshow "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" des Privatsenders RTL sollen derartige Fernsehsendungen künftig vor der Ausstrahlung geprüft werden. Das hat der Chef der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, Wolf-Dieter Ring, im Nachrichtenmagazin "Focus" gefordert. Alle Fernsehsender sollten vorab die Konzepte derartiger Shows bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) einreichen. Er prüfe zudem, "ob RTL bei der Auswahl der Sendezeit ausreichend Rücksicht auf Kinder und Jugendliche genommen hat", sagte Ring "Focus" zufolge.

Forderung nach Verbot der Sendung

Deutschlands Medienwächter wollen sich bei ihrer nächsten Programmsitzung im Februar mit dem neuen RTL-Format befassen, hatte die "Passauer Neue Presse" schon am Dienstag gemeldet. Die Forderung seines saarländischen Kollegen nach einem Verbot der Sendung hatte der Vorsitzende der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen, Norbert Schneider, am Freitag aber als unangemessen bezeichnet. "Verbot ist nicht die Kategorie, in der wir diese Dinge angehen sollten", sagte er im DeutschlandRadio Berlin. Die eigentliche Frage sei, warum sich Millionen Menschen solche Shows ansähen.

Medienrechtlich unbedenklich

FSF-Geschäftsführer Joachim von Gottberg wertete die Dschungelshow als medienrechtlich unbedenklich. Man möge die Sendung für geschmacklos halten und darüber streiten, ob sie den gebotenen Anstand und gesellschaftliche Tabus überschreite, sagte der Jugendschützer dem "Tagesspiegel am Sonntag". Doch "solange die teilnehmenden Stars und das Publikum dabei sind, werden diese und weitere Sendungen wohl kaum zu verhindern sein".

Wegen der Sendung wurde laut "Focus" sogar Anzeige wegen Verdachts auf Körperverletzung und auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegen das RTL-Management gestellt. (APA/dpa)

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