Wien: Leichenfund im Nobelbezirk

20. Jänner 2004, 11:42
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Frau wurde vor ihrem Tod misshandelt - Lebensgefährte in Haft

Wien - Ein jahrelanges Martyrium hat vergangene Woche für die 47-jährige Gerda Sch. ein tödliches Ende genommen. Wie die Polizei berichtete, wurde gestern, Freitag, die Leiche der Frau in einer Gemeindebauwohnung in der Flotowgasse in Wien-Döbling gefunden. Die Frau wies zahlreiche Verletzungen auf, unter anderem Stichwunden, Serienrippenbrüche und einen Schädelbasisbruch, sagte Major Klaus Mair vom Kriminalkomissariat West. Als Tatverdächtiger gilt ihr Lebensgefährte.

Alarmiert wurden die Kriminalisten durch die Rettungskräfte, die der 45-Jährige, in seine Wohnung in der Flotowgasse gerufen hat. Dort lag seine tote Lebensgefährtin nackt auf dem Sofa. Er und ein Bekannter saßen schwer alkoholisiert daneben. Bei einer Obduktion der Frau wurden schließlich zahlreiche, bereits länger zurückliegende Verletzungen diagnostiziert. Die jüngste, ein Schädelbasisbruch, der als unmittelbare Todesursache gilt. "Sie muss Zeit ihres Lebens schwer misshandelt worden sein", sagte Mair.

Der Lebensgefährte, der dringend verdächtigt wird, die Frau getötet zu haben, gab gegenüber den Ermittlern an, die Frau sei bereits Mittwoch von Unbekannten schwer verletzt worden. Statt die Rettung zu holen, habe er seinen Bekannten - einen ehemaligen Tierarzt und wie er selbst Alkoholiker - geholt, der sie untersuchen sollte.

Dieser wollte die Frau zuletzt am Donnerstagabend das letzte Mal lebend gesehen haben. Als er am Freitagmorgen wieder in die Wohnung gekommen sei, habe er nur noch ihren Tod feststellen können.

Auch dann verständigten die beiden nicht sofort die Rettung, sondern beratschlagten erst einmal bei einer Flasche Wein, wie Mair sagte. Gegen den ehemaligen Tierarzt wird eine Anzeige wegen Im-Stich-lassen einer Verletzten eingebracht. Er sagte auch aus, dass der Tatverdächtige seine Frau regelmäßig misshandelt habe. Der genaue Todeszeitpunkt war nicht bekannt. (red/APA)

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