Guatemala: Ex-Präsident droht Anklage

19. Jänner 2004, 10:59
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Neue Regierung leitet Ermittlungen wegen Korruption gegen Portillo ein

Guatemala-Stadt - Dem ehemaligen Präsidenten Guatemalas, Alfonso Portillo, droht eine Anklage wegen Korruption. Die neue Regierung unter Präsident Oscar Berger werde eine Untersuchung zum Ausmaß der Korruption in der Amtszeit Portillos einleiten, kündigte der designierte Regierungsbeauftragte zur Bekämpfung der Korruption, Carlos Vielman, am Freitag an. Dabei stünden zwar "die Ursachen, und nicht Personen" im Vordergrund, sagte Vielman der Nachrichtenagentur AFP; sollte sich jedoch herausstellen, dass Portillo zu den Verantwortlichen gehöre, müsse er "sich stellen".

In der Zeitung "Siglo XXI" (Freitagsausgabe) sagte der Korruptionsbeauftragte, er habe "den Eindruck, dass in der Zeit der Vorgängerregierung ein hohes Niveau an Korruption herrschte". Gleichwohl solle unter Präsident Berger "keine Hexenjagd" veranstaltet werden. Berger hatte am Mittwoch die Amtsgeschäfte von Portillo übernommen. Der Unternehmer sagte zu seinem Amtsantritt Armut und Korruption den Kampf an. Umfragen zufolge halten 70 Prozent der Guatemalteken Portillo für den korruptesten Staatschef der vergangenen Jahrzehnte. (APA)

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    Alfonso Portillo

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