Vietnam: Fünftes Todesopfer durch Vogelgrippe-Epidemie

20. Jänner 2004, 14:51
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Achjähriges Mädchen gestorben - Auch Südkorea, Japan und Taiwan melden Ausbruch von Grippe - WHO besorgt

Hanoi/Genf - Ein achtjähriges Mädchen ist als fünfter Mensch an der Vogelgrippe-Epidemie in Vietnam gestorben. Bei dem Kind sei der hoch ansteckende Virustyp H5N1 nachgewiesen worden, bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Hanoi. Die WHO zeigte sich besorgt über den zeitgleichen Ausbruch der Tierseuche in mehreren asiatischen Ländern, der bisher ohne Beispiel sei. Dies könne bedeuten, dass sich der auch für Menschen bedrohliche Erreger H5N1 in den Vögeln dieses Erdteils festsetze.

An der Vogelgrippe waren in den vergangenen Wochen in Vietnam mehr als eine Million Hühner verendet. Darüber hinaus sind Ausbrüche bei Tieren in Südkorea, Japan und Taiwan gemeldet worden. Die tatsächliche geographische Ausdehnung der Vogelepidemie sei aber möglicherweise noch nicht vollständig bekannt, warnte die WHO in Genf. Reisende sind nach Auskunft des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin bisher nicht gefährdet, sofern sie Geflügelmärkte und andere Kontakte zu Vögeln meiden.

Mehrere Faktoren

Den Ausbruch in Vietnam bezeichnete die WHO als besonders beunruhigend, weil dort mehrere Faktoren zusammen kommen könnten, die in der Vergangenheit bereits weltweite Grippe-Epidemien befördert hätten. Dazu gehöre vor allem, dass zeitgleich mit dem aggressiven und leicht mutierenden Vogelgrippevirus H5N1 auch menschliche Influenzaviren zirkulierten. H5N1 besitze die Tendenz, Gene anderer Grippeviren aufzunehmen. Ein solches neu zusammengesetztes Virus könnte nach Befürchtung von Experten auch von Mensch zu Mensch übertragen werden, nicht nur von Vögeln auf Menschen. Bisher sei allerdings kein fremdes Erbgut in den aktuell isolierten H5N1-Viren nachgewiesen worden, betonte die WHO.

Trotz der Schwere kann der aktuelle Ausbruch nach WHO-Einschätzung eingedämmt werden, sofern alle als Überträger in Frage kommenden Geflügelbestände rasch vernichtet würden. Auf diese Weise seien bereits früher in anderen Ländern effektiv Epidemien gestoppt worden. H5N1 ist nach WHO-Angaben das einzige Vogelgrippevirus, das bisher schwere Infektionen beim Menschen verursacht hat. So starben daran beispielsweise 1997 in Hongkong sechs von 18 Infizierten.(APA/dpa)

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    Mehr als eine Million Hühner fielen dem Vogelgrippe-Virus in Südvietnam zum Opfer

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