Microsoft muss weitere Zugeständnisse machen

25. Jänner 2004, 13:39
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Zugang zum Windows-Quellcode soll erleichtert werden - auch weitere Nachbesserungen nicht ausgeschlossen

Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft hat sich nach Beschwerden der US-Kartellwächter bereit erklärt, Konkurrenten den Zugang zum Quellcode seines Betriebssystems Windows weiter zu erleichtern. Das US-Justizministerium teilte mit, Microsoft werde die Lizenzierung zur Nutzung des Quellcodes erleichtern und vereinfachen. Die Kenntnis des Quellcodes ist nötig, um Software für eine reibungslose Verbindung zwischen Netzwerk-Computern und dem Microsoft-Betriebssystem Windows zu entwickeln. Von den nun von Microsoft in Aussicht gestellten Schritten dürften insbesondere Konkurrenten wie der US-Netzwerkcomputer-Produzent Sun Microsystems profitieren.

Nachbesserungsforderungen

Das Justizministerium schließt weitere Nachbesserungsforderungen nicht aus, da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sei, ob die von Microsoft in Aussicht gestellten Schritte ausreichten. Bislang habe erst elf Firmen mit Microsoft Lizenzen für den Windows Quellcode abgeschlossen. Nach Einschätzung des US-Justizministeriums handelt es sich aber zumeist um Verträge zur Entwicklung von Nischenprodukten. Die Lizenznehmer seien jedoch in der Regel keine großen Konkurrenten von Microsoft.

Kartellstreit

2002 hatte Microsoft einen langwierigen Kartellstreit mit dem US-Justizministerium mit einer Vereinbarung beigelegt. Das Unternehmen hatte sich dazu bereit erklärt, die Vergabe von Lizenzen für den Quellcode zu vernünftigen und nicht diskriminierenden Bedingungen zu ermöglichen. Das Justizministerium wacht laut Gerichtsbeschluss über die kartellrechtliche Einhaltung der Vereinbarung.

Behinderung des freien Marktes

Das US-Justizministerium und die Justizbehörden zahlreicher US-Bundesstaaten hatten Microsoft verklagt, weil sie in der Weigerung des Konzerns, Mitbewerbern Zugang zu dem Quellcode zu gewähren, eine Behinderung des freien Marktes sahen. Das Justizministerium hat Microsoft jedoch gemahnt, das Kernstück der Vereinbarung korrekt umzusetzen. (APA/Reuters)

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