Israelischer Botschafter beschädigt umstrittenes Kunstexponat in Schweden

von Redaktion  |  20. Jänner 2004, 13:29
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    Der Künstler Dror Feiler vor seiner Installation "Snow white and the the madness of the truth".

Wutanfall des Diplomaten über Installation mit palästinensischer Selbstmordattentäterin - Rückendeckung von Sharon

Tel Aviv/Stockholm - Eine ausgesprochen undiplomatische "Intervention" des israelischen Botschafters gegen ein provokantes Exponat in Stockholm hat am Wochenende Irritationen zwischen Schweden und Israel und Debatten über die Freiheit der Kunst ausgelöst.

Israels Regierungschef Ariel Sharon ging so weit, vor dem Ministerrat in Jerusalem eine Erklärung abzugeben, in der er Botschafter Zvi Masel ausdrücklich lobte: Dieser habe "gehandelt, wie es notwendig war - das Phänomen, das wir dort gesehen haben, ist so schlimm, dass es unzulässig gewesen wäre, nicht an Ort und Stelle zu reagieren."

Botschafter ins Außenministerium zitiert

Zvi Mazel, bleibt dabei: Die umstrittene Installation in Stockholms Historischem Museum, die sich mit der Thematik der Gewalt im Nahen Osten beschäftigt, ist kein Kunstwerk und er tat recht daran, dagegen einzuschreiten. Das sagte Mazel am Montag in Stockholm laut "Dagens Nyheter" nachdem er ins schwedischen Außenministerium zitiert worden war, um sich zu seiner Attacke gegen das Objekt am vergangenen Freitag zu äußern.

Diplomatischer Konflikt von beiden Seiten heruntergespielt

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Schweden bezeichnete er als "sehr gut". Sie seien stark genug "das hier" zu überstehen, sagte Mazel nach dem Gespräch mit Protokollchefin Catherine von Heidenstam.

Heidenstam sagte ihrerseits, das Treffen habe dazu gedient, dem Botschafter die Position der schwedischen Regierung vorzubringen, wonach Mazels Aktion inaktzeptabel sei - auch wenn man in Schweden verstanden habe, dass seine Empörung echt gewesen sei. Sie hoffe nun, dass Israel wie ursprünglich geplant, an der Konferenz zur Verhinderung von Völkermord teilnehmen wird. Diese beginnt kommenden Montag und dauert drei Tage. Israel fordert von Schwedens Regierung, die Installation aus der Ausstellung zu entfernen. Andernfalls will Israel nicht an der Konferenz teilnehmen.

"Schneewittchen"

Masel bekam Freitagabend im Historischen Museum angesichts einer Installation des aus Israel stammenden und in Stockholm lebenden Künstlers Dror Feiler einen Wutanfall. In einem mit blutroter Flüssigkeit gefüllten Becken schwimmt dort ein weißes Schiffchen, das die Aufschrift "Schneewittchen" sowie ein Foto von Hanadi Jaradat trägt - jener Terroristin, die im Oktober 2003 im Restaurant Maxim in Haifa 22 Menschen mit in den Tod gerissen hat.

"Meine Frau und ich begannen zu zittern", erklärte Masel, "wir standen vor einem Ausstellungsstück, das den Völkermord verherrlicht." Videoaufnahmen zeigen Masel, wie er, in einen dunklen Anzug gekleidet, die Stecker von Scheinwerfern zieht, die das Becken beleuchten, laut Masel ist dabei "einer in dieses Blut gefallen". Aus Schweden hieß es, der Botschafter habe einige Scheinwerfer in das Becken geworfen.

Museumsdirektor Kristian Berg, der Masel aus dem Gebäude gewiesen hatte, und der Künstler Feiler sehen in dem Werk keine Rechtfertigung des Selbstmordterrors. Der Botschafter "hat unsere Kunst sabotiert und versucht, uns hier in Schweden seine politischen Ansichten aufzuzwingen", sagte Feiler. (Ben Segenreich/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.1.2004/APA)

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semmel weiß
20.01.2004 12:52
barbaren

egal welche seite: alle berufen sich auf den terror des jeweils anderen und fühlen sich damit legitimiert.
mit dieser denke wird der konflikt nie enden (es sei denn, eine der beiden seiten schafft es, die andere völlig auszurotten).

würde man das kunstwerk ohne ideologische scheuklappen und etwas emotionsloser betrachten, so würde sich zeigen, dass es nicht um den palästinensischen oder den israelischen terror geht, sondern um die gewalt, die von beiden seiten ausgeübt wird und sich nach dem ewig gleichen muster mit der jeweils letzten gewalttat des anderen rechtfertigt.

ich weiß nicht wie sie das nennen, ich nenne es barbarisch und geisteskrank! fangt mal an zu denken!

Butt Brasileiro Infos zum Powerposten
20.01.2004 15:33
wenn man die gewalt in nahost zeigen wollte , wären

ein paar fotos von zerbombten linienbussen und blutenden opfern mit abgetrennten armen oder beinen etwas "anschaulicher" , als ein schönes foto mit einer lächelnden hanadi j. , welches offensichtlich für sympathien für die kaltblütige mordbestie werben soll.....

Poldi Schrumpl
20.01.2004 10:46
???

schrecklich bedenklich wenn man hier so nationalistische postings lesen muss die diese aktion verteidigen.
immerhin befürworten sie damit die israelische politik der völkervetreibung und -ermordung!

Igor Gassner 
20.01.2004 10:13
Ich kann mich noch gut

an die Aufschrift auf den Flakbunker in Wien erinnert der um Anteilnahme für die paar dutzend Piloten die umkamen ersuchte, aber die Bombenopfer zehntausende mit keinem Wort erwähnte.

In solcher Form ist Kunst amoralisch und zu verurteilen.

Wenn Künstler dumm sind sind sie ein Grund für Ärgernis nicht fürs nachdenken.

Stuffi
20.01.2004 12:47
Desinformation

Welche Aufschriften sollen das gewesen sein?
Oder einfach eine Nebelkerze vom rechten Spielfeldrand?

gabi rubina
20.01.2004 09:51
Schneewittchen und der Irrsinn der Wahrheit

http://www.juedische.at/TCgi/TCgi... m_Red=1517

gert poelzl
19.01.2004 23:48
Zerschlagung eines gordischen Knotens

' Dieses Kunstwerk'

Gordischer Knoten oder Propaganda ?

wenn man so die ganzen Erklärungen (Auslegungen, Abstraktionsstufen, Widersprüchlichkeiten usw...) dafür so liesst, dann stellt man sich die Frage, oder ?

Hubert Ungeist 
20.01.2004 13:09
Propaganda für wen Herr Pölzl ?

ausser Schlagworten, und Anwürfen wie Antisemitismus kommt kein einziges Argument von Ihnen.

rollschuh rolli
19.01.2004 20:24
Mit Blut haben schon andere Künstler,

übrigens auch österreichische experimentiert.
In Österreich wurde das von Katholiken als blasphemisch dargestellt, von den Verteidigern mit der Freiheit der Kunst.
Diesmal haben wir es mit antisemitisch zu tun.
Der Akt des Botschafters ist jedenfalls nicht zu verteidigen, es handelt sich um mutwillige Zerstörung fremden Eigentums, hat es ja zugegeben, auch vorher geplant.
ob so einer Botschafter sein soll, sei dahingestellt, eigentlich ein Fall für eine sofortige Rückberufung.
Eigentlich ist mit dieser Aktion nur dem Antisemitismus geholfen.

linker
20.01.2004 13:24
das war eine politische aktion gegen antisemitismus

es würde wohl auch niemand was sagen, wenn jemand ein hakenkreuz zerstört, das sich als kunst ausgibt.

Butt Brasileiro Infos zum Powerposten
19.01.2004 20:06
habe soeben die nachrichtensendung des

schwedischen tv's gesehen , in der man die "tat" mazels sehen kann. Er geht ganz ruhig zu den scheinwerfern , dreht 2 davon ab , dunkelheit..... und es fällt ein scheinwerfer in's wasser , ob unabsichlich oder hineingestossen kann man wegen dunkelheit nicht erkennen....
der weiblichen "künstlerin" wird gelegenheit geboten , vor dem sowieso spärlichen publikum ihre antiisraelische hasstirade loslassen zu dürfen , während irgendein heini den israelischen botschafter am wortergreifen hindert...
schliesslich , bei verlassen des "museums" , kann man mazel hören wie er sinngemäss sagt eine mörderin sei kein schneewittchen ( mit anderen worten , so eine darstellung der mörderin sei eine verharmlosung ihrer tat und ihre glorifizierung , so als wäre sie das "opfer"....)..

As Ambassador Mazel explained:

This exhibit was the culmination of dozens of anti-Israel and anti-Jewish events in Sweden. When you don't protest it gets worse and worse. It had to be stopped somehow, even by deviating from the behavior of the buttoned-down diplomat.


nochmals , bravo mazel , richtig und gut gehandelt !!

israel basher gehören gestoppt und in ihrer tätigkeit behindert , egal wo , wie und wann.....

ban cok 
23.01.2004 21:13
...

völkermord, terror und mord darf nicht verunglimpft werden, von keiner seite...geben sie nur acht, dass sie das nicht tun. man könnte meinen sie akzeptieren keinerlei kritik an israel. was das kunstwerk betrifft kann ich mir nicht vorstellen dass es eine verherrlichung darstellen soll, es soll nur menschen wie sie zum weiterdenken anregen, da es eine zweite seite gibt, von der aus betrachtet es vermutlich gründe zum momentanen widerstand gegen israel gibt. terror ist eine antwort, keine grundlose erscheinung. krieg ist terror der reichen, terror krieg der armen. ihre kritik am terror ist sehr flach und erinnert eher an universelle anklage gegen israelkritische bemerkungen. verherrlichung tritt auf wenn keine kritik gebilligt wird

duke box
20.01.2004 08:56

"der weiblichen "künstlerin" wird gelegenheit geboten..."

im artikel steht etwas von einem männlichen künstler (aus israel)?

Butt Brasileiro Infos zum Powerposten
20.01.2004 15:27
"künstler"ehepaar....., sie schwedin , er aus israel

stammend...... leben in schweden.....
sie hat zum geschehnis stellung genommen , dem botschafter wurde eine stellungnahme verweigert....
der aus israel stammende "künstler" war nirgends zu sehen....

Josef Grahner
19.01.2004 22:42
Extra für Sie

Weiter unten habe ich mich hoffentlich recht differenziert geäußert.

Zu Ihrem Kunstverständnis habe ich nur eine Frage:

Heißt das jetzt, das irgendein durchgeknallter Israeli in jedem Museum Bilder und Skulpturen zerstören kann, die ihm nicht passen?

Butt Brasileiro Infos zum Powerposten
20.01.2004 02:22
für dich , grahner , werde ich das genau definieren:

zu meinem kunstverständnis gehört , dass jeder , egal ob durchgeknallt oder nicht , israeli oder nicht , egal wo auf der welt und mit welchen mitteln auch immer , jedes sich als "kunstgegenstand" tarnende machwerk mit leicht identifizierbaren antiisraelischen oder antisemitischen tendenzen oder massenmörder à la hanadi j. verherrlichend ohne mit der wimper zu zucken zerstören soll......

mazel hat , sag ich jetzt im nachhinein , ja leider nur eine protestaktion gesetzt , die letzten endes eigentlich zu zahm war.... der diplomat in ihm hat dafür gesorgt , dass er sich unter kontrolle hielt.....
viel besser hätte es mir gefallen , wenn er in's becken reingestiegen , das nebbiche schifferl rausgefischt und auf dem steinboden zertrümmert und das bild vom "schneewittchen" in 20 teile zerrissen hätte......
das wäre eine show gewesen , ein echtes kunstwerk ..

Josef Grahner
20.01.2004 13:20
Ihre bewundernswerte Sicherheit

Gibt es da Kriterien der Kunstbeurteilung, die ich verpasst habe?

Der Künstler hat eine Installation geschaffen, die offensichtlich tief verstörend und anrührend ist.

Darauf mit Brutalität und Zerstörung zu reagieren, ist schlicht dumm.

Zudem: Wo soll das enden? Will Israel eine "Kunstkommission" schaffen, und eine Brasiliero-Intifada zur Zerstörung ausschicken?

Sie stellen hier mit bewundernswerter Selbst-Sicherheit die Freiheit der Kunst in Frage.

Butt Brasileiro Infos zum Powerposten
20.01.2004 16:03
an vielen anderen stellen in diesem thread

wird die antwort bereits aufgeworfen , und zwar der unterschied zwischen kunst und tendenziöser verherrlichung von politisch motivierten verbrechern.....

wäre bei dir ein glorifizierendes bildnis hitlers in ritterrüstung und mit heiligenschein und flammendem schwert welches die "greuel des 2. weltkrieges " darstellen wollte ein kunstwerk...?
wenn du mit "ja" antwortest , kann ich dr nicht helfen....
wenn du mit "nein" antwortest , solltest du mich eigentlich verstehen....

Peter K. Unterrainer
19.01.2004 21:18
?

ich lese wohl nicht richtig
der einzige israelbasher ist hier der herr botschafter

vielleicht doch sehr empfehlenswert: auch wenn man etwas nicht versteht oder verstehen will sollte man wenn schon die toleranz fehlt sich damit gesitig auseinanderzusetzen wenigstens so weit sein die meinung des anderen stehe zu lassen

aber... naja

marty fink 
19.01.2004 19:07
There is no occupation!!

Worte des Botschafters bezüglich
Palästina.....

Hier das Video dazu

http://svt.se/mediaplay... ar%20sig&b

Zumindest hat er das Kunstwerk so richtig vollendet :-)

Peter Mayr
19.01.2004 18:56
Die Postmoderne Kunst...


trifft sich mit der postmodernen Diplomatie...

Chien de Pique 
19.01.2004 19:15
Bitte, Herr Mayr, streichen Sie diesen Begriff aus Ihrem Wortschatz!

Auch wenn er in jedem zweiten Ihrer Postings vorkommt:Sie haben weniger denn je verstanden, was postmodern bedeutet. Ich würde dieses Kunstwerk eher als vorpostmodern definieren. Aber was soll's - mit Ihnen über Kunst philosophieren: Perlen vor...

peter panik 
19.01.2004 17:31
Fortsezung

Weil wenn Sie alle sich nicht zusammenreissen tun...
dann wird die Eisenstange hinterm Buffet zum Standard auf der Vernissage, oder glaubst Ihr alle Künstler san so bled.
P.S. Versuchts Euch amoi bei Rdlicka an aner Skulptur. Der zagt Euch dann wo die Bleamaln blian.

peter panik 
19.01.2004 17:26
an der basis

Mir ist es egal wer was wo denkt,politisiert....
Wenn ich ein Monat lang an einem Ölbild sitz und dann wenns fertig ist stell ichs irgendwo aus und irgendwer ruinierts in einer Minuten, weil er sich irgendwie provoziert fühlt..
Liebe Leute das Werk ist das Kind des Künstlers.
Ob Diplomat oder Sandler, obs wem gfallt oder nicht
lassts die Finger von den Werken der Anderen.
Soviel Respekt muss sein.

silver surfer
20.01.2004 01:52
respekt ist genau das stichwort..

respekt vor den 22 opfern des brutalen und menschenlebenverachtendem anschlags in haifa.
das kind des künstlers wie sie es nennen ist eine schande

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