"Warten auf Godot" ist Männern vorbehalten

16. Jänner 2004, 22:43
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Verlag stoppte Inszenierung mit Frauen wegen Anweisung des Autors

Wilhelmshaven/Frankfurt/Main - Samuel Becketts Vier- Personen-Stück "Warten auf Godot" darf nicht von Frauen gespielt werden. Mit dieser Begründung hat der S. Fischer Verlag (Frankfurt/Main) die am 24. Jänner geplante Premiere des Stücks in Wilhelmshaven untersagt. Das gab die Landesbühne Niedersachsen Nord am Freitagabend bekannt. Regisseur Philipp Kochheim hatte das Stück mit zwei Frauen und zwei Männern besetzt. Der Verlag beruft sich auf eine Anweisung des Autors und seiner Erben.

"Diese Gralshüterei ist ein Witz", kommentierte Landesbühnen-Intendant Gerhard Hess den Vorgang. Beim S. Fischer Verlag hieß es dagegen, es sei allgemein bekannt, dass Samuel Beckett (1906-1989) den Einsatz von Frauen in seinem meistgespielten Stück strikt untersagt habe. Daran müssten sich alle Bühnen bis zum Erlöschen des Urheberrechts 70 Jahre nach dem Tod des Autors halten. Erst im Dezember hatte der Verlag nach eigenen Angaben einem freien Theater in Frankfurt einen Frauen-Godot untersagt. (APA/dpa)

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