Türkei verlangt härteres Vorgehen gegen Kurden

19. Jänner 2004, 06:31
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General fordert USA zu "Auslöschung der bewaffneten Terrorgruppe" auf

Ankara - Das türkische Militär hat von den US-Streitkräften ein härteres Vorgehen gegen kurdische PKK-Rebellen im Nordirak verlangt. "Gegenwärtig entspricht der Kampf der USA gegen die PKK nicht unseren Erwartungen", sagte am Freitag General Ilker Basbug, das zweithöchste Mitglied im Generalstab. "Wir erwarten, dass der bewaffnete Teil der Terrorgruppe ausgelöscht wird, dass die Terroristen sich ergeben oder gezwungen werden, sich zu ergeben."

30.000 Todesopfer

Im Nordirak sollen sich kurdische Rebellengruppen verstecken, die seit den 80er Jahren in der Türkei für einen unabhängigen Staat kämpfen. Dabei sind mehr als 30.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Gefechte sind seit der Festnahme des PKK-Chefs Abdullah Öcalan 1999 abgeflaut.

Türkei lehnt Kurdenstaat ab

Basbug warnte zudem davor, als neue Regierungsform im Irak eine Föderation entlang den Siedlungsgebieten der ethnischen Gruppen wie Kurden oder Schiiten aufzubauen. Die Zukunft wäre dann "sehr schwierig und blutig", sagte er. Die Türkei hat ein militärisches Eingreifen angekündigt, sollten die Kurden im Nordirak einen eigenen Staat ausrufen.

Wie Syrien befürchtet die Türkei, dass bereits eine Teilautonomie dort bei ihrer eigenen kurdischen Minderheit Begehrlichkeiten wecken könnte. Die USA haben erklärt, die künftige Struktur des Irak müsse von den Irakern selbst bestimmt werden.

Die Kurden siedeln in Gebieten in der Türkei, Syrien, dem Irak und dem Iran. Allein in der Türkei leben rund zwölf Millionen Kurden. (APA/Reuters)

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    Kurdische Kämpferinnen im Nordirak. Die Türkei will unter keinen Umständen die Gründung eines unabhängigen Kurdenstaats zulassen

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