Stress bedroht auch Zähne und Zahnfleisch

17. Jänner 2004, 21:00
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Aufgrund einer geschwächten Immunabwehr

Düsseldorf - Große psychische Belastungen bedrohen auch Zähne und Zahnfleisch. "Besondere Stresssituationen wie Prüfungszeiten, Jobkrisen oder auch der alltägliche Stress können einen regelrechten Parodontitisschub auslösen", betont der Düsseldorfer Parodontologe Hans-Dieter John. Verantwortlich dafür sei eine geschwächte Immunabwehr, denn als Folge des Stresses sinke die Konzentration des Abwehrstoffes Immunglobulin A im Speichel. Dadurch hätten die schädlichen Bakterien im Mundraum freie Bahn.

"So ist auch zu erklären, dass immer mehr junge Menschen schon an sehr starker Parodontitis leiden", sagt John, der auch Vorsitzender der International Academy for Dental Reconstruction ist. Bereits 15 Prozent aller 30-Jährigen in Deutschland litten an einer derart aggressiven Form der Zahnfleischentzündung, dass ihnen Zahnausfall drohe. Neben der geschwächten Immunabwehr gibt es nach Angaben des Experten aber noch einen weiteren Grund für die erhöhte Parodontitisrate: "Offenbar putzen sich gestresste Menschen nicht so gründlich die Zähne wie ihre entspannten Zeitgenossen."

Parodontitis entsteht hauptsächlich durch Zahnbelag, der sich aus Speiseresten, Speichel und Bakterien zusammensetzt. Die in dieser Plaque enthaltenen Keime greifen den Zahnhalteapparat an und verursachen Entzündungen im Zahnfleisch. Erstes Symptom ist meist Zahnfleischbluten. Unbehandelt drohen nicht nur der Verlust von Zähnen, sondern auch weitere schwere Erkrankungen und Entzündungsreaktionen, da sich die Bakterien im ganzen Körper verbreiten können. (APA/AP)

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