Stressvermeidung am Arbeitsplatz

25. Jänner 2004, 19:12
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Psychologin: Den Arbeitgebern kommt durch Gestaltung der Rahmenbedingungen eine besondere Verantwortung zu

Hamburg - Stress am Arbeitsplatz muss nicht sein. Mit gezielter Prävention will die deutsche Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege stressbedingte Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Probleme, Rückenschmerzen oder Depressionen verhindern. Dabei kommt den Arbeitgebern nach Angaben der Psychologin Pamela Harms eine besondere Verantwortung zu, da sie die Rahmenbedingungen gestalten.

Guter Rat

Die Experten raten Unternehmern zunächst, Entscheidungskompetenzen und Zuständigkeiten zwischen den Abteilungen klar zu regeln. Gleichzeitig sollten Chefs den Austausch zwischen einzelnen Arbeitsbereichen fördern und bei Neuerungen die Ideen aller Beteiligten berücksichtigen. Harms empfiehlt, den Mitarbeitern Handlungs- und Entscheidungsspielräume zuzugestehen, allerdings unter Berücksichtigung der jeweiligen individuellen Eignung, um Überforderungen zu vermeiden.

Wichtiges Lob

Besonders wichtig sei es, die Mitarbeiter auch zu loben und deutlich zu machen, dass ihre Arbeit geschätzt werde. Kritik dagegen sollte immer konstruktiv formuliert werden, erklärt die Berufsgenossenschaft. Bei externen Konflikten sollten Vorgesetzte den Beschäftigten den Rücken stärken und bei internen Konflikten vermittelnd eingreifen.

Wichtig sei jedoch auch, Fakten klar auszusprechen, um Spekulationen vorzubeugen. Die Arbeitnehmer ihrerseits sollten bestehende Handlungs- und Entscheidungsspielräume nutzen und nicht nur Befehlsempfänger sein. Sie sollten Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen. Vor allem aber empfiehlt die Genossenschaft, Arbeit als normalen Bestandteil des Lebens zu akzeptieren. Denn es zehre an der Kraft, wenn man schon ab Montag das Wochenende herbei sehne. (APA/AP)

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    foto: photodisc
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