"Bankrotterklärung für Österreichs Klimapolitik"

18. Jänner 2004, 13:00
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WWF fordert Maßnahmen zum Klimaschutz im Inland

Wien - Geht es nach Wirtschaftsminister Bartenstein soll Österreich 50 Prozent seiner CO2-Reduktionsverpflichtungen im Ausland decken, um damit der heimischen Wirtschaft mehr CO2-Ausstoß zu ermöglichen. Diese Forderung des Wirtschaftsministerium in seiner Stellungnahme zum Emissionszertifikategesetz (EZG) würde einen enormen Rückschritt für Österreichs Klimapolitik bedeuten, ist der WWF überzeugt. Österreichs Wirtschaft würde sich damit aus der globalen Verantwortung zur CO2-Reduktion stehlen. "Der Vorschlag von Minister Bartenstein ist eine Bankrotterklärung für Österreichs Klimapolitik", kritisiert Stefan Moidl, Energieexperte des WWF.

Damit rege der Wirtschaftsminister an, die von ihm mit unterzeichnete österreichische Klimastrategie gänzlich über Bord zu werfen. "Auf die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen bei E-Wirtschaft und Industrie würde damit weitestgehend verzichtet. Setzt sich diese Vision durch, stehen wir endgültig vor einem Scherbenhaufen", so die scharfe Kritik Moidls. Eine Klimapolitik, die allein auf Maßnahmen im Ausland basiere, schaffe geringe Wertschöpfung im Inland. "Den technologischen und strukturellen Vorsprung, den andere Länder durch die Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen mit österreichischer Finanzierung haben werden, können wir später nicht einholen. Langfristig gesehen ist das nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch schlecht für Österreich", so der WWF in einer Aussendung. (red)

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