Spektakuläre Lutherfunde in Mansfeld gezeigt

19. Jänner 2004, 12:36
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Anschließend Wanderausstellung geplant

Mansfeld - Die spektakulären archäologischen Funde aus der Abfallgrube am ehemaligen Elternhaus des Reformators Martin Luther werden als Leihgaben auf Dauer am Fundort in Mansfeld gezeigt. Darauf haben sich das Landesamt für Archäologie in Halle und die Stadt Mansfeld geeinigt. "Wir planen zunächst eine erste Schau mit einigen hundert Exponaten im Spätsommer oder Herbst im Haus der ehemaligen Schule Luthers", sagte Bürgermeister Dietmar Sauer (SPD) am Freitag der dpa. Luther (1483-1546) verbrachte die ersten 14 Jahre seines Lebens in Mansfeld.

Nach der wissenschaftlichen Auswertung sollen die Stücke 2005 als Wanderausstellung auf eine einjährige Tournee durch Europa und Amerika gehen. Danach seien die Funde wieder in Mansfeld zu sehen, sagte Sauer. "Unser Wunschstandort wäre das heute noch existierende Wirtschaftsgebäude von Luthers Elternhaus."

Fundstücke

Auf die einmaligen Stücke, darunter 266 seltenen Silbermünzen, Luthers Spielzeug, wie Murmeln, Flöten, eine Trillerpfeife und Schellen, waren Archäologen zwischen August und November 2003 gestoßen. Zudem ergab die Grabung auch rund 500 Metallgegenstände, wie Perlen und Gürtelschnallen, einen Fingerhut und mehrere Nadeln, die mit großer Wahrscheinlichkeit Luthers Mutter gehörten.

Aus den vielen Scherben wollen die Archäologen mindestens 20 Töpfe und auch einige Trinkgefäße rekonstruieren. In der Grube wurden auch einige tausend Tier- und Fischknochen entdeckt. Nach Ansicht der Archäologen ist das ein Beweis, dass Luthers Eltern vermögend waren und der kleine Luther gut zu essen hatte. (APA/dpa)

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