Colt Austria legte 2003 beim Umsatz um 10 Prozent zu

23. Jänner 2004, 10:39
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Konzernumsatz 2003 bei 1,16 Milliarden Pfund - 2004 Wachstum von 7 bis 8 Prozent angepeilt - Polen, Tschechien, Ungarn im Visier

"Wir haben die Kosten im Griff, die Umsätze wachsen und wir sind gut aufgestellt", sagte am heutigen Freitag der Konzernchef des Londoner Internetpioniers Colt Telecom, Steve Akin, vor Journalisten in Wien. Der Konzernumsatz stieg 2003 von 1,03 auf 1,16 Milliarden Pfund (1,68 Milliarden Euro). Für 2004 sei ein Konzernwachstum von 7 bis 8 Prozent geplant, eine wichtige Rolle dabei soll die Expansion in Osteuropa über die Drehscheibe Wien spielen.

Ziele

In Österreich habe man - wie geplant - ein zehnprozentiges Umsatzwachstum erreicht, genaue Zahlen sollen in einigen Wochen bekannt gegeben werden. Österreich liege jedenfalls im Konzerndurchschnitt, so Akin. Der Mitarbeiterstand in Österreich von derzeit 72 soll 2004 konstant bleiben.

Im 3. Quartal 2004 soll das seit zehn Jahren bestehende Unternehmen erstmals Cash Flow-positv werden, ursprünglich war dafür erst das 1. Quartal 2005 vorgesehen, versicherte Akin. Fokus von Colt bleibe auch künftig das Segment der Mittel- und Großbetriebe. Als größte Konkurrenten sieht der aus den USA stammende Colt-Chef die ehemaligen Monopolisten, es liege an den nationalen Regierungen, hier Chancengleichheit zu schaffen. "Unsere Kosten sind geringer als die der Ex-Monopolisten" sieht sich Akin bei rechtlicher Gleichstellung im Wettbewerbsvorteil,

Investitionen

Bisher habe man in Österreich rund 200 Millionen Euro investiert, wobei der Netzausbau hierzulande praktisch abgeschlossen sei. Der künftige Fokus liegt laut Akin in Osteuropa, und hier insbesondere in Polen, Tschechien und Ungarn. Konzernweit wurden 2003 nach Eigenangaben 170 Millionen Pfund investiert.

Kooperation

Wichtigster Branchenpartner soll auch künftig der Finanzdienstleistungsmarkt sein, wo Colt derzeit rund ein Drittel seiner Umsätze lukriere. Der Standort Österreich werde auch in Zukunft die Drehscheibe nach Osteuropa sein, skizziert Akin die Pläne für die nächsten Jahre.

Technologisch will sich Colt ("City of London Telecommunication") ganz auf IP-VPN (Virtuelle Private Netzwerke auf Basis des Internet-Protokolls) konzentrieren, denn laut Akin geht der Trend ganz eindeutig hin zu einem Zusammenwachsen von Sprache und Daten. Damit hätten allerdings die ehemaligen Monopolfirmen wie die Telekom Austria wenig Freude, da sie sich den umsatzstarken Bereich Sprache nicht "kannibalisieren" möchten, so Akin, der das "de facto-Monopol" der Telekom Austria auf der letzten Meile - der Verbindung vom Wählamt in die Haushalte - als behindernd für den Wirtschaftsstandort Österreich ansieht.

Zufriedenheit

Sehr zufrieden zeigt sich Colt mit der Partnerschaft mit dem viertgrößten österreichischen Mobilfunkbetreiber tele.ring, dessen Glasfasernetz man seit kurzem zur Anbindung der Colt-Städtenetze nutze. Dass die Wahl nicht auf den größten heimischen Alternativen Anbieter UTA gefallen war, der ebenfalls über ein bundesweites Netz verfügt, begründet Colt Austria-Chef Alfred Pufitsch damit, dass tele.ring bei Qualität, Preis und vor allem der Geschwindigkeit der Umsetzung der UTA klar überlegen war.

2002 erzielte Colt Austria nach Eigenangaben einen Umsatz von 41,02 Millionen Euro, was einem Plus von 18,6 Prozent gegenüber 2001 entsprach. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde von minus 4 Mio. Euro auf minus 880.000 Euro verringert. (APA)

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