Winckler: "Organisationsplan sichert Mitbestimmung"

21. Jänner 2004, 17:42
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Rektor der Uni Wien weist Vorwürfe zurück, signalisiert aber Gesprächsbereitschaft - Aktionsgemeinschaft kritisiert Besetzung

Wien - Georg Winckler, Rektor der Universität Wien, weist Vorwürfe von Studierenden zurück, autoritär zu agieren und die studentische Mitbestimmung abzuschaffen. Durch den gestern, Donnerstag, vom Senat mehrheitlich genehmigten Organisationsplan werde die Mitbestimmung der Studierenden auch auf Ebene der Studienrichtungen gesichert, so Winckler in einer Aussendung am Freitag. Durch das Universitätsgesetz (UG) 2002 sind die Studenten nur noch im Senat vertreten.

Winckler: Studierende direkt eingebunden

Durch den Organisationsplan seien die Studierenden nun direkt in Lehr- und Studienorganisation sowie in die Qualitätssicherung der Lehre eingebunden, betonte der Rektor. Er sei nach wie vor interessiert, Studentenvertreter bei der weitere Gestaltung der Universität im UG 2002 mitwirken zu lassen. Keine Gespräche werde es jedoch unter Androhung von Gewalt geben. Winckler spielte damit auf die Vorgänge rund um die Besetzung von Teilen des Rektorats durch Studierende an.

"Autoritäres Drüberfahren" warf Claudia Sommer-Smolik, Wissenschaftssprecherin der Wiener Grünen, Winckler in einer Presseaussendung vor. "Ich verstehe die Protestmaßnahmen der Hochschülerschaft. Es geht nicht an, dass der Rektor den StudentInnen zuerst Verhandlungsbereitschaft signalisiert und dann in einer Nacht- und Nebelaktion durchpeitscht." Andrea Brunner, Bundesvorsitzende des Verbandes Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), sprach der ÖH der Uni Wien die Solidarität für die Protestmaßnahmen aus.

Konservative Jugendorganisationen kritisieren Besetzung

Kritik an der Besetzung der Räumlichkeiten, die nach Aussagen von ÖH-Vertretern erst heute, Freitag, Abend beendet werden soll, übten Vertreter von AktionsGemeinschaft (AG), Österreichischer Kartellverband (ÖCV) und Junger ÖVP Wien. Die AG fürchtet einen Einzug des Extremismus in die ÖH, die Besetzung sei demokratiepolitisch höchst bedenklicher Akt der Aggression und schade dem Image der Studierenden.

Für den ÖCV ist die Aktion nichts anderes als Abenteuersucht der einzelnen Protagonisten, Aggressivität sei kein Mittel zur Problembewältigung. Statt der "traurigen Fortsetzung der Chaos-Politik dieser ÖH" bräuchten die Studenden "unterstützendes Service und eine beharrliche Vertretung". Die Junge ÖVP Wien sprach von einem illegalen Gewaltakt durch ein "Sammelsurium linker Gruppierungen". (APA)

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