Statt "Kunst-Stücken" "Sunshine Airlines"

19. Jänner 2004, 12:06
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Sendung für "junges Publikum ohne Altersgrenze" im Grenzbereich von Kultur und Unterhaltung

Was haben Society-Lady Jeannine Schiller, Sportstaatssekretär Karl Schweitzer und DJ Sugar B gemeinsam? Sie begaben sich - wie weitere Prominente, aber auch "normale" Bürger - für das neue ORF-Kulturmagazin "Sunshine Airlines" ins Museum Moderner Kunst (MuMoK) und betrachteten und kommentierten ausgewählte Exponate. Gezeigt wird das ohne Off-Kommentar und kulturhistorische Erläuterungen. Erstmals zu sehen ist das Format am 22. Jänner, am Donnerstagabend wurde es vor Journalisten präsentiert.

"Kunst funktioniert ohne Erklärung"

Der Grundgedanke der ersten Folge laut Sendungsmacher David Schalko, seit dem Überraschungserfolg der "Sendung ohne Namen" beim ORF der Mann für unkonventionelle Unterhaltung mit Hintergrund: "Kunst funktioniert ohne Erklärung." Das neue Format solle "für Kunst interessieren", prinzipiell aber "nicht manipulativ" und "ohne ein Statement abzugeben". Das wird den Akteuren überlassen - und den Flugbegleitern "Chris" und "Chris", die für das fliegerische Leitmotiv der Sendung verantwortlich zeichnen und eine dezidiert positive Haltung zu Kunst vertreten. Etwa: "Kunst ist soo schön!"

"Mit einem Schuss Selbstironie"

Als Sendung "mit einem Schuss Selbstironie, Wortwitz und dem richtigen Blick fürs Detail" kündigt der ORF "Sunshine Airlines" an. Tatsächlich erweckt Folge eins mitunter den Eindruck einer etwas anarchischen Version des früheren Bildungsfernsehen-Klassikers "1.000 Meisterwerke" - mit sehr komischen Momenten. Allerdings habe man "bewusst darauf verzichtet, zehn Wuchteln aufeinanderzuschneiden", sondern auch Mut zu "Zwischenräumen" zu zeigen, so Schalko.

Running Joke

Zusätzlicher Gag der Sendung: Die beiden Flugbegleiter werden jede Folge von einem anderen eineiigen Zwillingspaar dargestellt, stets aber mit der selben, "androgynen" Stimme synchronisiert. Hinter diesem Running Joke stecke ein "Geheimnis", die "Auflösung" stellte Schalko für Folge zehn in Aussicht. Jede Folge wird darüber hinaus von einem anderen DJ mit einem Soundtrack versehen - bei Folge eins legt Patrick Pulsinger Hand an. Weitere geplante Themen: "Wie werde ich als Künstler reich" oder auch "Protest".

Bis zum Sommer soll "Sunshine Airlines" wöchentlich mit insgesamt 20 Folgen zu sehen sein, sagte ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik. Als Sendeplatz hat man die "Donnerstag Nacht" vorgesehen, die ab 29. Jänner auf 21.55 Uhr vorverlegt wird und eine Talksendung mit Alfred Dorfer ("Dorfers Donnerstalk"), die Comedy-Show "Echt fett", die "Sendung ohne Namen", "Sunshine Airlines", Jamie Oliver sowie die "Tom Green Show" bringt.

Keine Quotenvorgaben

Quotenvorgaben für "Sunshine Airlines" gebe es nicht, betonte Scolik. Die Sendung sei eine "Herausforderung an die Fernsehzuschauer, "da stellen wir uns die Frage nach den Marktanteilen nicht". In der "Donnerstag Nacht" würden "die Grenzen zwischen Unterhaltung und Kultur verschwimmen", da "purzeln die traditionellen Begriffe in einer innovativen Leiste durcheinander". Dies gilt auch für die traditionellen Zielgruppendefinitionen: "Sunshine Airlines" wende sich "an ein junges Publikum, aber das hat eigentlich keine Altersgrenze", so Schalko. (APA)

"Sunshine Airlines", erstmals zu sehen am Donnerstag, 22. Jänner 2004, um 23.15 Uhr in ORF 1
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    foto: orf
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