Klage wegen "Frankenstein-Fisch"

21. Jänner 2004, 20:20
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US-Regierung soll nationale Gesetze über genetisch veränderte Haustiere und deren Handel erlassen

Washington/London - Zwei Interessensgruppen haben die US-Regierung geklagt, um den weiteren Verkauf des genetisch veränderten Leuchtfisches GloFish zu stoppen. Damit soll die Regierung aufgefordert werden, nationale Gesetze über genetisch veränderte Haustiere und deren Handel zu erlassen. Der GloFish ist das erste genetisch veränderte Haustier, aber weitere Züchtungen anderer Tiere sollen schon bald folgen, berichtete BBC-online am Donnerstag.

Die beiden Interessensgruppen fordern die Food and Drug Administration (FDA) und das Department of Health and Human Service dazu auf, den Handel mit den Zierfischen sofort zu stoppen. Der GloFish, der von einem Unternehmen in Florida stammt, wird aber bereits in mehreren Bundesstaaten zum Verkauf angeboten. Lediglich in Kalifornien wurde der Verkauf verboten. "Eine Nicht-Regelung über den Handel von genetisch veränderten Lebewesen, egal ob zum Verzehr oder als Haustiere, ist gefährlich", warnt Joseph Mendelson vom Center for Food Safety. Erst im vergangenen Monat hatte sich die FDA geweigert Regulative über den GloFish zu erlassen, da der Fisch nicht zum Verzehr durch den Menschen in Frage komme und es somit keine Bedrohung der Umwelt geben könne. Die Californian Wildlife Agencies werden das Einfuhrverbot noch im kommenden Monat erneut untersuchen, berichtet BBC-Online.

Idee aus Singapur

Der GloFish, von Kritikern auch Frankenstein-Fisch genannt, ist ein genetisch veränderter Zebrafisch. Die floureszierende Farbe kommt von einem in den Fischembryo eingeschleusten Gen von Korallen. Ursprünglich sind Forscher in Singapur auf die Idee gekommen den Fisch so zu kreieren, dass er bei vorhandenen Toxinen im Wasser zu leuchten beginnt. Ein texanisches Unternehmen hatte daraufhin das Recht erworben, den Fisch in den USA zu züchten und zu verkaufen. Obwohl der leuchtend rote GloFish fünf bis zehnmal teurer ist als sein nicht leuchtender Artgenosse, schnellten die Verkaufszahlen in schwindelerregende Höhen. Der Einzelhandelspreis bewegt sich nach Angaben des Herstellers um rund fünf Dollar pro Fisch.

Obwohl es sich beim GloFish um das erste genetisch veränderte Haustier handelt, das für jedermann zu erwerben ist, befürchten Kritiker bereits jetzt weitere Züchtungen. So soll ein New Yorker Unternehmen daran arbeiten eine genetisch-veränderte Hauskatze zu schaffen, die keine Allergien beim Menschen mehr hervorruft. (pte)

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