Residenz und Deuticke zum letzten Mal gemeinsam

19. Jänner 2004, 23:17
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Frühjahrsprogramm enhält unter anderem Titel von Michael Köhlmeier, Julian Schutting und Margarete Schütte-Lihotzky

Salzburg- Neues, Unbekanntes, aber auch große Namen der österreichischen Literaturszene finden sich in den Frühjahrsprogrammen 2004 der Salzburger Verlage Residenz und Deuticke. Die Neuerscheinungen tragen zum letzten Mal die Handschrift von Martina Schmidt, die die Agenden des Residenz Verlages nach dem Verkauf an das Niederösterreichische Pressehaus abgeben wird. Auch für das Frühjahr setzte Schmidt auf klingende Namen wie Michael Köhlmeier, Martin Amanshauser, Werner Kofler sowie Margarete Schütte-Lihotzky oder Andrea Breth. Daneben präsentieren die beiden Verlage Biografien, Sachbücher, Debut-Romane, Geschichte und andere literarische Kleinodien.

"Roman von Montag bis Freitag"

Deuticke, jener Verlag, der auch in Zukunft von Schmidt geleitet werden wird, bringt den "neuen Köhlmeier" heraus: "Roman von Montag bis Freitag" heißt dieser Band von zusammenhängenden Kurzgeschichten. Martin Amanshauser ist als schräg, witzig und "mitten im schwarzen Herz der Finsternis" angekündigt. Sein Roman "Chicken Christl" handelt von einer in Amerika mit Hühnern reich gewordenen Erbtante.

Nach "Roman für Frauen" liefert der Prager Autor Michal Viewegh mit "Geschichten über Sex und Ehe" seinen zweiten Beitrag zum Deuticke-Programm und Mongo Stojka - aus der künstlerisch vielseitig begabten österreichischen Roma-Familie Stojka - hat mit "Legenden der Lowara" ein Buch über Märchen und Lieder der Roma von Wien beigesteuert. Werner Koflers Bestandsaufnahme, Abrechnung und Bilanz zum Thema Krankheit heißt "Kalte Herberge".

Sachbücher

Die Sachbücher bei Deuticke kommen im Frühjahr 2004 von Andreas Reisinger und Else Rieger zum Thema Verkehr. Um das Kochen geht es in Christoph Wagners Buch: Sein "Drei Damen und mein Herd" soll die österreichische Antwort auf Jamie Oliver sein. Der sowohl als Autor als auch als Koch erfolgreiche Ewald Plachuta präsentiert "100 classic dishes of Austria". Ein "Handbuch für Weinsnobs" findet sich ebenso im Programm wie ein Beitrag zur österreichischen Polit-Kultur von Hans-Peter Martin oder ein Einkaufsplaner für Schnäppchenjäger mit dem Titel "Hoferissimo".

Residenz mit neuem Schutting

Etwas beschaulicher liest sich das Residenz-Programm. Zwei Romane werden neu erscheinen, nämlich "Der Sorgengenerator" - ein laut Pressetext absurd-witziger Text - des Berliners Norbert Müller sowie "Nachtseitiges" von Julian Schutting. Frank Tichy hat ein Franz-Innerhofer-Porträt geschrieben, und Karin Zogmayer hat ein Buch mit Texten der im Jahr 2000 im Alter von 103 Jahren verstorbenen österreichischen Architektur-Pionierin Margarete Schütte-Lihotzky heraus gegeben. Der Musik- und Theaterhistoriker Richard Bletschacher hat sich mit Mozarts Beziehung zu Da Ponte beschäftigt und mit Andrea Breths "Der Augenblick der Liebe" setzt der Residenz Verlag die Edition Burgtheater fort.

Ab dem Herbst 2004 werden die Programme von Residenz und Deuticke getrennte Wege gehen. (APA)

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