Graz: Aufregung um Schultafel-Unfall

16. Jänner 2004, 19:06
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Schultafel stürzte auf 13-jährigen Schüler - Tafeln waren erst vor zwei Monaten überprüft worden

Graz - Ein Zwischenfall, der an den tödlichen Schultafel- Unfall vor einem Monat im oberösterreichischen Bezirk Völcklabruck erinnert, hat sich am Donnerstag im Grazer BRG Kepler ereignet. Eine Schultafel stürzte um, ein 13-jähriger Schüler wurde - glücklicherweise nur leicht - verletzt. Alle Tafeln waren erst vor zwei Monaten überprüft worden.

"Grundsätzlich muss man davon ausgehen können, dass Sicherheitschecks auch wirklich das halten, was sie versprechen, nämlich Sicherheit", hieß es aus dem Büro von LSR-Präsident Horst Lattinger. Aus Sicht der Schulbehörde trägt der Schulleiter, der im Herbst des Vorjahres ein Kontrolle an den Tafeln durchführen hat lassen, keine Schuld. Die Eltern des betroffenen Buben wollen die Schule nicht belangen, so Rektor Alfred Lorenz.

Unfallsvermeidung

"Der Direktor der Schule hat alles in seiner Macht stehende getan und von sich aus im Herbst letzten Jahres die Sicherheit der Verankerungen der Tafeln überprüfen lassen. Er ist also sicherlich von jeder Schuld freizusprechen", so Edith Weichlbauer vom Büro des Landesschulratspräsidenten Horst Lattinger. Die Schulbehörde ist zur Zeit ratlos, wie solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden wären: Man habe nach dem oberösterreichischen Unfall eine Empfehlung ausgegeben, auf die die Bundesschulen autonom regieren konnten, das Kepler-Gymnasium habe sogar noch vor dem Unfall eine Überprüfung angefordert. "Die Schulen müssen sich einfach auf die Prüfergebnisse verlassen können", so Weichlbauer, die den Servicefirmen rät, "ihr Gewissen zu erforschen, ob die Überprüfungen auch 100-prozentig hält".

Die Schultafel wurde am Freitag von Sachverständigen untersucht, sämtliche Tafeln in den Klassenzimmern noch einmal einer Revision unterzogen, schilderte Direktor Alfred Lorenz, der auf die Stellungnahme der facheinschlägigen Überprüfungsfirma wartete. "Ich kann den Direktorenkollegen nur raten, die Tafeln gründlich überprüfen zu lassen und sich abzusichern, wo es nur geht", so der Rektor, der just am Freitag zum lange angekündigten "Tag der offenen Tür" lud.

Frage der Verantwortung

Von Seiten der für die Erhaltung und den Betrieb des Schulgebäudes zuständigen "Immobilien Management GesmH des Landes Steiermark", einer Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft, zeigte man sich am Freitag zwar betroffen, aber nicht direkt zuständig, will in Zukunft aber auch die Schultafeln "unter die Lupe nehmen". "Nach dem Mietrechtsgesetz sind wir als Vermieter nicht für die Einrichtungsangelegenheiten des Mieters - der Schule - zuständig", so Harald Hammer von der IMB. Von Seiten der IMB werden vier Mal jährlich Begehungen durchgeführt, bei denen der Zustand u.a. der Fensterflügel, der Türen, Sanitäranlagen, des Daches überprüft wird. "Danach werden die jeweiligen Instandhaltungsprogramme entwickelt", so Hammer.(APA)

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