Geschwindigkeit, deine Königin heißt Götschl

21. Jänner 2004, 08:40
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Renate Götschl hat am Freitag den zweiten Super-G in Cortina gewonnen und sich damit für die Niederlage im ersten revanchiert

Cortina - Der vierte Saisonsieg der Renate Götschl war nicht irgendein Sieg, sondern auch ihr fünfter Cortina-Sieg und dazu der insgesamt 31. im Weltcup. Götschl, die gerne eine Geschwindigkeitskönigin genannt wird, auf Neudeutsch halt, verwies die Deutschen Martina Ertl (+0,33) und Hilde Gerg (+0,43) auf die Plätze. Nebenbei verringerte die Steirerin den Rückstand auf die Weltcupführende Anja Pärson auf 72 Punkte. Wobei sich der Rückstand rasch in einen Vorsprung verwandeln könnte, wird nun doch am Samstag (10.20) und Sonntag (10.40, jeweils ORF 1) abgefahren.

Hess eingeholt

Beeindruckend, wie unbeeindruckt Götschl (28) geblieben war nach dem enttäuschenden siebenten Platz am Mittwoch. In Cortina hat nun niemand öfter gewonnen, einzig die Italienerin Isolde Kostner war ebenfalls fünfmal erfolgreich. In der ewigen Weltcup-Bestenliste hat Götschl Erika Hess eingeholt und liegt nun mit der Schweizerin auf Rang fünf, die viertplatzierte Hanni Wenzel (33 Siege) ist in Reichweite, auch Katja Seizinger (36) könnte sich ausgehen. Vreni Schneider (55) und Annemarie Moser-Pröll (62 Siege)? Götschl: "Gehen sich wohl nimmer aus."

Der Siegerin war es zu verdanken, dass die ÖSV-Damen nicht eine weitere Niederlage erlitten, einzig Alexandra Meissnitzer (8.) kam noch unter die besten zehn, hingegen schnitten Silvia Berger (15.), Michaela Dorfmeister (18.), Martina Lechner (22.), Brigitte Obermoser (26.) und Katja Wirth (30.) enttäuschend ab. Geneviève Simard, die am Mittwoch überraschend gewonnen hatte, stürzte auf dem Weg zu einem neuerlichen Spitzenplatz, die Kanadierin erlitt Prellungen.

Schmerz und Meissnitzer

Götschl kam entgegen, dass auch der zweite Super-G extrem schnell gesetzt war und dass die Piste diesmal hielt. "Schon beim Besichtigen war mir klar, das ist etwas für mich." Meissnitzer hatte ein Tor touchiert, dabei Stock und Handschuh verloren. "Die Hand tut weh, aber der seelische Schmerz ist größer. Ich bringe keinen fehlerfreien Lauf zusammen." Meissnitzer sagte noch, sie habe "von Top-Ten-Plätzen langsam genug", doch das hat sie nicht wirklich genau so gemeint. (DER STANDARD, Printausgabe 17./18.01.2004)

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    Renate Götschl holte ihren 31. Weltcupsieg.

  • Zwei Tage nach ihrem Sieg kam Genevieve Simard diesmal schwer zu Sturz.

    Zwei Tage nach ihrem Sieg kam Genevieve Simard diesmal schwer zu Sturz.

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