Kneifen gilt bei Fernsehdiskussionen

28. Jänner 2004, 21:26
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Der Präsidentschafts- Wahlkampf im ORF - Keine Entscheidung über Konfrontation

Dass Benita Ferrero-Waldner kommenden Sonntag zur "Pressestunde" auf den Küniglberg kommt, überrascht nicht weiter, auch wenn sie erst Ende November da war. Heinz Fischer war als SP-Präsidentschaftskandidat am 4. Jänner dran und davor Mitte September 2003 zum letzten Mal zu Gast.

SPÖ: "De-facto-Zusage" vom ORF

Spannend wird die Frage, ob sich die Außenministerin und ÖVP-Kandidatin Fischer in einer Fernsehdebatte stellen muss. In der SPÖ geht man davon aus und spricht Donnerstag von einer "De-facto-Zusage" vom Küniglberg. In der ÖVP-Zentrale schweigt man sich offiziell über Wünsche an die Anstalt aus. Ist der Kanzlerpartei gar egal, ob der ORF eine TV-Konfrontation ansetzt? "Sicher nicht", sagt eine Sprecherin auf Anfrage knapp. Die Vorfreude auf einen solchen Termin gegen TV-Profi Fischer dürfte sich in Grenzen halten.

Klestil verzichtete 1998

Ein Blick in die jüngere Fernsehgeschichte zeigt: Kneifen gilt durchaus. Thomas Klestil verzichtete 1998 als amtierender Bundespräsident dankend auf die Teilnahme an der Runde der Spitzenkandidaten. Der ORF ließ seine Mitbewerber Heide Schmidt, Gertraud Knoll, Richard Lugner und Karl Nowak ohne ihn diskutieren. Bleibt es beim Zweikampf Ferrero gegen Fischer, wird das doch eher schwierig, sollte sich Ferrero entziehen.

Klestil beschränkte sich auf eine "Pressestunde" vor der Wahl, auch die übrigen Kandidaten bekamen noch zusätzliche Auftritte am Sonntagvormittag: einmal drei hintereinander, dann zwei im Kombipack.

1992 noch hatte Klestil nichts gegen ein TV-Duell gegen Rudolf Streicher. Auch 1986 debattierten Kurt Steyrer und Kurt Waldheim im Hauptabendprogramm des ORF.

Der hielt sich Donnerstag noch bedeckt und will nicht über den Wahlkampf im TV entschieden haben. Ein gutes Argument hat die Anstalt dafür: Bis 23. März können ja noch weitere Kandidaten auftauchen. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2004)

derStandard.at /Politik- Spezial

Kampf um die Hofburg

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